DirectX: Microsoft beschleunigt PC-Gaming mit Advanced Shader Deliver

Microsoft hat im Rahmen der Gamescom 2025 eine wichtige Neuerung bei DirectX 12 vorgestellt: die Advanced Shader Delivery. Mit dem Verfahren soll es möglich sein, vor allem den bekannten Ärger beim ersten Aufruf eines Spiels deutlich zu reduzieren.
Bisher müssen Games dabei die nicht kompilierten Shader auf dem jeweiligen System verarbeiten, was oft zu minutenlangen Ladezeiten und ruckelnden Grafiken führt – gerade bei komplexen Effekten wie Beleuchtung, Texturen oder Physik.
Mithilfe der neuen Technik werden diese Shader nun bereits vorab kompiliert und als Teil eines Standardformats namens State Object Database, kurz SODB, ausgeliefert. So entsteht in der Cloud ein Pendant, eine Precompiled Shader Database (PSDB), die dann zum Zeitpunkt des Spieldownloads direkt auf das Gerät übertragen wird, etwa über die Xbox PC App.
Dadurch sind die benötigten Shader beim ersten Start bereits in einem lokalen Cache verfügbar, der Umweg über eine zeitintensive Kompilierung entfällt. Das senkt die Startzeit erheblich.
Spürbare Vorteile in Avowed
Wie Microsoft im Firmenblog(öffnet im neuen Fenster) schreibt, sank in Tests mit dem Rollenspiel Avowed von Obsidian Entertainment die Belastung um zu bis zu 85 Prozent, so dass das Spiel deutlich schneller startet und gleichzeitig Akku sowie Rechenleistung geschont werden.
Der Shader-Compiler wird vom lokalen Grafiktreiber entkoppelt und in die Cloud verlegt. Gerätedaten im SODB werden dort zusammengeführt und in eine PSDB verwandelt, die dann Spielgeräten zugänglich gemacht wird. Sollten später neue Grafiktreiber installiert werden, erkennt die Plattform dies automatisch und aktualisiert den Cache entsprechend.
Zum Start erfolgt die Einführung auf den neuen Handhelds ROG Xbox Ally und ROG Xbox Ally X im Oktober 2025, betrieben über Windows mit der Xbox App als Store-Front. Diese Plattformen fungieren als Vorreiter, anschließend soll sukzessive ein breiter Rollout erfolgen.
Entwickler und andere Game-Stores wie Steam oder Epic Games Store sollen im September 2025 Zugang erhalten. Dann erscheint ein Agility SDK, das passende Tools und Schnittstellen bereitstellt, um den Standard in Spielen oder Engines zu integrieren.
Microsoft betont, dass Studios für die initiale Integration keinerlei Mehraufwand haben – sie müssen ihre Spiele nicht speziell anpassen. Langfristig soll das Feature aber auch direkt in Engines eingebunden werden, so dass neue Titel von Beginn an mit Advanced Shader Delivery starten können.



