Abo
  • IT-Karriere:

DirectX 12: Microsoft legt Shader-Compiler offen

Der Compiler für Microsofts Shader-Sprache HLSL ist Open Source. Das Werkzeug ist Teil von DirectX 12 und basiert auf LLVM sowie dessen Frontend Clang. HLSL ist damit effektiv nicht mehr proprietär und für die Treiberentwickler ergeben sich daraus einige Vorteile.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Entwickler von Grafiktreibern können jetzt auch den HLSL-Compiler hacken.
Die Entwickler von Grafiktreibern können jetzt auch den HLSL-Compiler hacken. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Der Compiler für die Shader-Sprache HLSL von Microsoft ist als Open Source verfügbar, wie das Unternehmen im DirectX-Entwickler-Blog bekanntgibt. HLSL sowie der zugehörige Compiler sind Teil der 3D-Grafikbibliothek DirectX. Das freie Analog in OpenGL heißt GLSL. Mit Hilfe dieser Shader-Sprachen können 3D-Effekte programmiert werden.

Stellenmarkt
  1. akf bank GmbH & Co KG, Wuppertal
  2. BWI GmbH, Nürnberg, Bonn, Berlin, München

In DirectX erzeugt der HLSL-Compiler eine bestimmte Art Binärcode, den die Grafiktreiber wiederum so anpassen müssen, dass die Grafikkarten diesen ausführen können. Für Letzteres haben moderne Grafikkarten spezielle Shader-Einheiten. Der nun verfügbare Compiler kann für das sogenannte Shader Model 6.0 genutzt werden, das Teil von DirectX 12 ist und im vergangenen Jahr auf der Game Developers Conference (GDC) vorgestellt worden ist.

Die wohl wichtigste Neuerung des Shader Model 6.0 sind die sogenannten Wave Intrinsics. Mit Hilfe dieser wird ein neues Programmiermodell umgesetzt, das es ermöglicht, sich von der bisher auf einen Thread beschränkten Ausführung zu lösen und stattdessen künftig mehrere GPU-Threads zu nutzen. Das wiederum soll letztlich die Leistung steigern können.

LLVM und Clang als Grundlage

Bisher nutzte Microsoft als Shader-Compiler die Eigenentwicklung Fxc. Der neue DirectX Shader Compiler basiert dagegen auf dem als Compiler-Baukasten genutzten LLVM sowie dessen Frontend für C-artige Sprachen, Clang. Für Microsoft ergibt sich daraus unter anderem der Vorteil, die vielen Optimierungsmöglichkeiten nutzen zu können, die LLVM bereits enthält. Mit dem Wechsel entsteht auch ein neues Binärformat für die Shader: DXIL.

Die meisten Grafiktreiber-Entwickler sollten inzwischen Erfahrung und tiefgreifende Kenntnisse im Umgang mit LLVM haben, da das Projekt in diesem Bereich mittlerweile vielseitig eingesetzt wird. Die Offenlegung des Compilercodes begründet Microsoft zudem damit, dass die Community nun an der Entwicklung teilhaben kann. Somit wird auch die bisher proprietäre Sprache HLSL effektiv zu einem Open-Source-Projekt, das durch Beiträge von außen verbessert werden kann.

Der neue Compiler steht auf Github unter MIT-Lizenz zum Download bereit und kann mit dem Insider-Build 15007 von Windows 10 getestet werden. Diese Version kann bereits DXIL-Shader ausführen. Weitere Details zu dem Compiler finden sich im Projekt-Wiki auf Github.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 274,00€
  2. 127,99€ (Bestpreis!)

Kleba 25. Jan 2017

Auch wenn es (noch) nicht so dramatisch für MS ist, denke ich das auch. Die sehen wie...


Folgen Sie uns
       


Raspberry Pi 4B vorgestellt

Nicht jedem dürften die Änderungen gefallen: Denn zwangsläufig wird auch neues Zubehör fällig.

Raspberry Pi 4B vorgestellt Video aufrufen
Endpoint Security: IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten
Endpoint Security
IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Tausende Geräte in hundert verschiedenen Modellen mit Dutzenden unterschiedlichen Betriebssystemen. Das ist in großen Unternehmen Alltag und stellt alle, die für die IT-Sicherheit zuständig sind, vor Herausforderungen.
Von Anna Biselli

  1. Datendiebstahl Kundendaten zahlreicher deutscher Firmen offen im Netz
  2. Metro & Dish Tisch-Reservierung auf Google übernehmen
  3. Identitätsdiebstahl SIM-Dieb kommt zehn Jahre in Haft

Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


    Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
    Erasure Coding
    Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

    In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
    Eine Analyse von Oliver Nickel

    1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
    2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

      •  /