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Directory Authorities: Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

Noch im Dezember 2014 könnte das Tor-Netzwerk vielleicht nicht mehr nutzbar sein. Die Macher des Projekts haben einen anonymen Tipp erhalten, der auf einen Angriff auf zentrale Komponenten des Netzes hindeutet.
/ Nico Ernst
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Das Tor-Netz könnte Ende 2014 unerreichbar sein. (Bild: Tor/Screenshot: Golem.de)
Das Tor-Netz könnte Ende 2014 unerreichbar sein. Bild: Tor/Screenshot: Golem.de

Im Tor-Blog warnt(öffnet im neuen Fenster) Roger Dingledine unter seinem Nick "Arma" vor einem Angriff auf das Anonymisierungsnetzwerk. Dingledine ist der Leiter des Projekts. Seinem Eintrag zufolge soll binnen weniger Tage nach dem 19. Dezember 2014 ein Angriff auf das Netz erfolgen, der es unbenutzbar macht. Die Attacke richtet sich gegen die zehn "Directory Authorities", welche die Listen aller Tor-Server verteilen. Zwar sind diese Verzeichnisserver redundant ausgelegt, einer Diskussion(öffnet im neuen Fenster) bei Hacker News zufolge soll es aber für einen Zusammenbruch des Netzes ausreichen, fünf davon auszuschalten.

Wie die Attacke erfolgen soll, und wer dahinter steckt, gibt Dingledine nicht an. Er erklärt in einem Kommentar zu seinem Blogeintrag, dass mehr Details vorlägen, sie zum Schutz des Tippgebers aber nicht veröffentlicht werden sollen. Auch eine Verbindung zum Hack bei Sony Pictures sieht der Tor-Chef nicht. Er widerspricht solchen Spekulationen in den Kommentaren ausdrücklich.

Die Anonymität der Nutzer soll auch nach der befürchteten Attacke gewahrt sein, verspricht Dingledine. Dass Tor nicht immer die Identität eines Nutzers schützen kann, ist jedoch seit längerem bekannt. Der Projektleiter gibt auch an, dass bereits Maßnahmen zur Abwehr des Angriffs eingeleitet wurden. Dingledine nutzt die aktuelle Situation auch dazu, Tor an sich zu verteidigen.

Jeder, so der Tor-Chef, habe ein Recht auf Privatsphäre. Zudem sei Tor inzwischen nicht mehr nur ein Werkzeug für Online-Aktivisten. Auch "Banken, Diplomaten und Strafverfolgungsbehörden" nutzen Dingledine zufolge bereits Tor. Weitere Updates zur aktuellen Lage sollen auch über den Twitter-Account(öffnet im neuen Fenster) des Tor-Projekts verbreitet werden.


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