Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Dipas: Volle Teilhabe

Kommunen, die Bürger online an Planungsprozessen beteiligen, stärken die Demokratie. Hamburg setzt dabei mit der Software Dipas Maßstäbe.
/ Gerd Mischler
10 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Hamburg setzt Bürgerbeteiligung, unter anderem bei der Stadtplanung, mit Dipas um. (Bild: Martin Bertrand/Hans Lucas / AFP via Getty Images))
Hamburg setzt Bürgerbeteiligung, unter anderem bei der Stadtplanung, mit Dipas um. Bild: Martin Bertrand/Hans Lucas / AFP via Getty Images)
Inhalt
  1. Dipas: Volle Teilhabe
  2. Künstliche Intelligenz unterstützt Planer
  3. Kommunen setzen auf digitale Beteiligung

2016 gab der spätere Kanzler Olaf Scholz als Erster Bürgermeister von Hamburg den Startschuss für die Entwicklung von Dipas(öffnet im neuen Fenster). Mit dem Digitalen Partizipationssystem setzt die Hansestadt in Deutschland heute den Maßstab bei der Nutzung digitaler Medien und urbaner Daten bei der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen.

Den Nutzen von Dipas erklärt der Leiter des Entwicklungsprojektes sowie der Stadtwerkstatt Hamburgs, Claudius Lieven, so: "Digitale Beteiligungsverfahren können Stadtentwicklungsvorhaben sehr gut vermitteln und visualisieren. Wir können Bauvorhaben und städtebauliche Entwicklungen sehr gut mit Karten, Plänen und 3D-Modellen veranschaulichen, so dass Bürgerinnen und Bürger das besser einschätzen können, was da entstehen soll, und ihr Feedback dazu geben."

Partizipation jederzeit und von überall

Damit das gelingt, führt die von der Stadt und der Hamburger Hafencity Universität entwickelte Software alle für ein Beteiligungsverfahren wichtigen Daten aus den städtischen Geodatenbeständen, Luftbildaufnahmen, der Urban-Data-Plattform der Stadt, deren virtuellem 3D-Modell und digitalem Zwilling sowie ihrer Bauleitplanung auf einer Plattform zusammen.

Dann visualisiert Dipas diese Informationen für Bürgerinnen und Bürger auf deren PCs oder mobilen Endgeräten. Mit dem Modul Dipas_stories lassen sich Planungsvorhaben mit Techniken des Storytelling vorstellen. Diese nutzen Journalisten, um Zusammenhänge nachvollziehbar, vernetzt und in logisch aufeinander aufbauenden Schritten zu vermitteln.

Insgesamt können sich Bürgerinnen und Bürger mit Dipas so jederzeit über Vorhaben in ihrer Stadt informieren und sich in Beteiligungsverfahren unabhängig davon äußern, wo sie sich gerade aufhalten. Das erleichtert es auch Menschen, sich an Stadtentwicklungsvorhaben zu beteiligen, die dafür sonst keine Zeit haben – etwa weil sie arbeiten, Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. So erreicht Hamburg auch Jugendliche, die ihre Meinung lieber über ihr Smartphone posten, als sich in langweilige Versammlungen in muffigen Turnhallen oder Gemeindesälen zu setzen.

Mit Dipas ist die Partizipation für Menschen, die wegen Krankheit oder einer Behinderung nicht mobil sind, ebenso möglich wie für Migrantinnen und Migranten. Ihnen können Kommunen Informationen digital in ihrer jeweiligen Sprache anbieten. Das geht in Veranstaltungen selten.

Alle Daten auf einem Tisch

Eine lebendige demokratische Stadtgesellschaft braucht neben der E-Partizipation aber auch den persönlichen Austausch von Menschen. Deshalb hat Hamburg für Dipas Datentische entwickelt.

Um diese können sich mehrere Personen versammeln wie um ein überdimensionales Tablet und so gemeinsam Planungskonzepte ansehen und darüber diskutieren. Bürgerinnen und Bürger können an den Tischen Kommentare und sogar Zeichnungen in die dargestellten Unterlagen und Karten eintragen. Die Tischanwendung baut auf dem Kartenmodul auf, das der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung für das Open-Source-Geoportal der Hansestadt entwickelt hat und betreibt. Die Tische werden in Stadtteilbüros oder im Rahmen von Informationsveranstaltungen aufgestellt.

Den Ämtern, die die Beteiligungsverfahren starten, spielt Dipas Kommentare und Vorschläge von Bürgern in ihre Fachverfahren zurück. Beiträge der Hamburgerinnen und Hamburger werden deshalb unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht. So können die Behörden sie ohne weitere Vereinbarung nutzen. Zugleich entsteht für ihre Arbeit sowie künftige Projekte mit der Zeit ein strukturierter Datenbestand.


Relevante Themen