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Dimensity 1000: Mediatek schaltet AV1-Decoding für Youtube frei

Smartphones mit Mediateks Dimensity 1000 benötigen dank AV1 weniger Daten und Energie.
/ Marc Sauter
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Dimensity 1000 (Bild: Mediatek)
Dimensity 1000 Bild: Mediatek

Der SoC-Entwickler Mediatek hat angekündigt, das AV1-Decoding(öffnet im neuen Fenster) beim eigenen Dimensity 1000 zu nutzen. Der Chip ist der bisher erste für Smartphones, welcher den offenen Video-Codec in Hardware beschleunigen kann. Mediatek gibt das AV1-Decoding des Dimensity 1000 per Firmware-Update für Youtube-Videos frei, Partner wie Oppo beim Reno 3 5G müssen ihre Geräte dafür entsprechend aktualisieren.

Google nutzt den AV1-Codec seit Herbst 2018 in einem Betatest für Youtube , allerdings weiterhin nur in SD-Qualität. Mediatek selbst spricht generell von einer AV1-Beschleunigung bis hin zu 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde. Durch AV1 H.264/H.265 oder VP9 soll das notwendige Datenvolumen bei gleicher Bildqualität sinken, da die Kompression effizienter ist. Daraus resultiert weniger Last auf dem LTE/5G-Modem und dem Wi-Fi-Block, weshalb Mediatek durch AV1-Decoding eine höhere Akkulaufzeit bewirbt.

Neben Youtube unterstützt Google den AV1-Codec auch für die Videochat-Anwendung Duo , seitens Netflix wird der AV1-Codec in der eigenen Android-App eingesetzt. Das US-Unternehmen verwendet hierzu den freien Decoder Dav1d, der vom Videolan-Team entwickelt wurde. Der Videocodec AV1 selbst wird vom Aomedia-Konsortium (Alliance for Open Media) entwickelt und soll wesentlich besser komprimieren als bisher sowie dank seiner freien Patentlizenz weite Verbreitung finden.

Der Dimensity 1000(L)(öffnet im neuen Fenster) wiederum ist Mediateks aktueller Oberklasse-Chip für Android-Smartphones. Das SoC integriert vier Cortex-A77 mit bis zu 2,6 GHz und vier Cortex-A55-Kernen mit bis zu 2 GHz als CPU-Kerne, hinzu kommen Mali-G77-MP9 als Grafikeinheit und ein 64 Bit breites Interface für LPDDR4X-Speicher. Der Dimensity 1000 weist zudem eine NPU (Neural Processing Unit) für künstliche Intelligenz, also Inferencing auf dem Gerät, und ein 5G-Modem auf. Der Chip wird von TSMC in einem 7-nm-Verfahren produziert.


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