Digitalisierung und E-Autos: Diess bleibt und Volkswagen wird umgebaut

Volkswagen-Chef Herbert Diess behält seinen Job, muss das China-Geschäft aber abgeben. In Wolfsburg wird bald der ID.3 gebaut.

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VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess
VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess (Bild: Volkswagen)

Bei Volkswagen steht ein größerer Umbau bevor. Zwar behält Vorstandsvorsitzender Herbert Diess seinen Job, im August 2022 soll jedoch Markenchef Ralf Brandstätter in den Vorstand einziehen und das wichtige China-Geschäft verantworten. Das war bisher der Job von Diess.

Bei der Planungsrunde 70 beschloss der Volkswagen-Konzern die weitere Elektrifizierung seiner europäischen Standorte. Wolfsburg soll transformiert werden. Dort soll künftig auch der ID.3 gebaut werden. Vor 2024 ist eine Teilfertigung des ID3. mit Belieferung aus Zwickau in Wolfsburg vorgesehen.

Allein an den niedersächsischen Standorten investiert der Konzern rund 21 Milliarden Euro. Der überwiegende Anteil davon fließt in Produktions- und Komponentenstandorte.

Erstmals machen die Zukunftsinvestitionen - primär in E-Mobilität und Digitalisierung - mit 89 Milliarden Euro beziehungsweise 56 Prozent den größten Anteil der Gesamtinvestitionen von 159 Milliarden Euro aus. Volkswagen erwartet, dass jedes vierte verkaufte Fahrzeug im Jahr 2026 einen batterieelektrischen Antrieb habe.

In Hannover soll das erste Artemis-Fahrzeug gebaut werden. Damit wird eine vollkommen neue Fahrzeug- und Software-Architektur bezeichnet. Es ist das wichtigste Zukunftsprojekt des VW-Konzerns. Das erste Artemis-Auto soll der Landjet sein, der in Hannover produziert wird und wohl oberhalb des A8 angesiedelt ist.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt soll auch der ID. California gebaut werden, ein elektrischer Campingbus. Mit den MOIA-Shuttles und dem ID. Buzz AD soll der Standort Hannover im Themenbereich autonomes Fahren gestärkt werden.

Der Standort Hannover soll künftig neben Hardware für Ladeinfrastruktur Achsen für MEB-Modelle fertigen. In Braunschweig, Salzgitter und Kassel investiert der Konzern in den weiteren Ausbau der bestehenden MEB-Fertigung von Batteriesystem, Rotor/Stator und E-Motor. Zusätzlich bereiten sich die Standorte bereits auf die Fertigung wesentlicher Komponenten der SSP-Plattform vor.

Mit der SSP (Scalable Systems Platform) will Volkswagen eine einheitliche Plattform bauen. SSP ist die Nachfolgeplattform von MQB, MSB, MLB sowie MEB und PPE, auf der die Konzernmarken und VW selbst derzeit Elektroautos und Verbrenner bauen.

Mit dem Projekt Trinity, für das eine Fabrik außerhalb des jetzigen Werksgeländes in Betracht gezogen wird, soll ein elektrisches und Level-4-fähiges Auto der nächsten Generation entstehen und gleichzeitig die Fertigung zukunftsfähig aufgestellt werden. Bis 2030 ist geplant, eine zweite moderne E-Fertigung auf dem Wolfsburger Werksgelände aufzubauen.

Am Akkustandort Salzgitter werden rund 2 Milliarden Euro investiert, um ab 2025 Akkuzellen für Volkswagens Einheitszelle zu produzieren. Darüber hinaus wird eine Gesellschaft gegründet, um die strategischen Partnerschaften mit Umicore, 24M und Vulcan Energy zu steuern.

  • Volkwagen-Pläne (Bild: VW)
  • Volkwagen-Pläne (Bild: VW)
Volkwagen-Pläne (Bild: VW)

Der Konzern plant weitere Investitionen in die E-Mobilität in Deutschland und Europa: In Leipzig werden mit zwei Porsche-Modellen die Synergien des elektrischen PPE-Baukastens (Premium Platform Electric ) für den Premiumbereich gehoben. Zur Elektrifizierung des Standortes Neckarsulm wurde die Einrüstung der Audi-Fahrzeugfamilie E6 in der Nachfolgergeneration beschlossen.

Das Werk in Brüssel erhält ab dem Jahr 2026 den neuen Audi Q8 E-Tron. In Spanien sollen kompakte E-Fahrzeuge und SUVs gebaut werden.

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