Digitalisierung: Studie fordert Ende von Rundfunkbeiträgen und ARD/ZDF

Deutschland hat den größten und teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt, heißt es in einer Studie. Die Gründe für seine Schaffung stammen noch aus dem analogen Zeitalter. Doch die Einnahmen aus den Rundfunkbeiträgen wachsen und das Angebot der Sender mit ihnen.

Artikel veröffentlicht am ,
ARD und ZDF: 31,8 Milliarden Euro bis 2016
ARD und ZDF: 31,8 Milliarden Euro bis 2016 (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Eine Studie fordert die Abschaffung der Rundfunkbeiträge und die Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Autoren der Studie sind Professor Justus Haucap, Christiane Kehder und Ina Loebert von Dice Consult. Auftraggeber der Analyse ist Prometheus, das Freiheitsinstitut. Die Experten fordern zudem das Auflegen eines Fonds aus den Privatisierungserträgen, der Sendungen von öffentlichem Interesse finanzieren soll.

Stellenmarkt
  1. Cloud Security Consult / Cloud Sicherheitsarchitekt (m/w/d)
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  2. Senior IT Projektmanager (w/m/d)
    Bechtle GmbH, Hamburg
Detailsuche

"Deutschland hat den größten und teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt", heißt es in der Studie. Das duale Konzept für Hörfunk und Fernsehen - die Koexistenz öffentlich-rechtlicher und privater Sender - in Deutschland sei angesichts der Digitalisierung und eines veränderten Mediennutzungsverhaltens in seiner jetzigen Form nicht mehr angemessen und bedürfe einer grundlegenden Reform.

Neue technologische Möglichkeiten stellen heute ein äußerst umfangreiches Programmangebot mit etwa 400 TV-Sendern in Deutschland bereit, dazu zahlreiche Video-on-Demand-Angebote und neue Kommunikationskanäle. "Diese Angebotsvielfalt sorgt für eine Meinungsvielfalt, die insbesondere durch das Internet ein zuvor nicht dagewesenes Ausmaß erreicht", erklären die Verfasser. Dennoch werde das öffentlich-rechtliche Programmangebot nicht zurückgeführt, sondern weiter stark ausgebaut, was zu einer aktiven Verdrängung privater Inhalte führe, insbesondere im Internet. So können die öffentlich-rechtlichen Sender mittlerweile ein Produktionsvolumen mit 23 Fernsehkanälen und 63 Radiosendern aufweisen.

Kein Entkommen vor dem Rundfunkbeitrag

Der nutzungsunabhängige Zwangsbeitrag schließe die Möglichkeit aus, den Rundfunkbeitrag durch den Verzicht auf ein Empfangsgerät zu vermeiden. Dadurch werden deutlich mehr Haushalte erfasst, was zu erheblichen Mehreinnahmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geführt hat. Dies stehe im Widerspruch dazu, dass die finanziellen Anforderungen zum Betreiben eines Fernsehkanals stark gesunken und heute relativ niedrig seien.

Auch eine technologische Begrenzung der Zahl möglicher Fernsehkanäle und damit auch der Möglichkeit der Erstellung eines umfangreichen und anspruchsvollen Fernsehprogramms bestehe heute nicht mehr.

ARD und ZDF sollen verschwinden

Nötig sei deshalb eine Neugestaltung des Rundfunksystems in Deutschland, die sich an den Reformen Neuseelands Anfang dieses Jahrtausends orientiert. "Es wird vorgeschlagen, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten weitgehend zu privatisieren und aus den Privatisierungserlösen einen Stiftungsfonds zu gründen, mit dessen Mitteln gesellschaftlich bedeutsame Programminhalte bezuschusst werden können." Gesellschaftlich erwünschte Inhalte wie im Bereich des Bildungsfernsehens könnten weiter gefördert werden, wenn sie sich nicht durch Werbung oder im Bezahlfernsehen finanzieren lassen. Über die Förderungswürdigkeit von Programminhalten solle eine unabhängige Kommission entscheiden, die mehrheitlich aus Repräsentanten der Zivilgesellschaft besteht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Verbraucherzentrale gegen Glasfaser
"100 bis 300 MBit/s sind vollkommen ausreichend"

Während alle versuchen, den Glasfaser-Ausbau zu beschleunigen, raten Verbraucherschützer, nicht für Tarife mit sehr hoher Bandbreite zu zahlen, die man angeblich gar nicht benötige.

Verbraucherzentrale gegen Glasfaser: 100 bis 300 MBit/s sind vollkommen ausreichend
Artikel
  1. Bitcoin: Bitmain stoppt Verkauf von Krypto-Minern
    Bitcoin
    Bitmain stoppt Verkauf von Krypto-Minern

    Aufgrund des chinesischen Vorgehens gegen Kryptomining gibt es viele gebrauchte Bitcoin-Rigs auf dem Markt - deren größter Hersteller zieht Konsequenzen.

  2. Satelliteninternet: Starlink bietet in Kürze globale Versorgung
    Satelliteninternet
    Starlink bietet in Kürze globale Versorgung

    Viel mehr Nutzer würden Starlink von SpaceX ausprobieren, aber wegen der Chipkrise fehlen die Bauteile.

  3. Lenovo L32p-30 und L27m-30: USB-C-Monitore mit Webcam passen ins Homeoffice
    Lenovo L32p-30 und L27m-30
    USB-C-Monitore mit Webcam passen ins Homeoffice

    Lenovo stellt gleich mehrere neue Monitore vor. Die L32p-30 und L27m-30 lassen sich etwa per USB-C mit 75 Watt Power Delivery anschließen.

chromosch 31. Mai 2015

Dir ist klar das es beim recht auf informationelle Selbstbestimmung darum geht das man...

Anonymer Nutzer 30. Mai 2015

Agrarsubventionen + Hartz 4 :) Und ja, so ist es... Japs :)

Kampf Katze 29. Mai 2015

"Seit meinem Widersprich in Februar habe ich nichts mehr von den guten Herren und Damen...

chromosch 29. Mai 2015

Was soll daran Zensur sein? Es ist vollkommen üblich das die Presse nur Teile eines...

dopemanone 29. Mai 2015

1. amazons kampfpreis kann man nicht als maßstab nehmen. da würde ich eher das doppelte...


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense Midnight Black + Ratchet & Clank Rift Apart 87,61€ • 6 Blu-rays für 30€ • Landwirtschafts-Simulator 22 jetzt vorbestellbar ab 39,99€ • MSI Optix MAG272CQR Curved WQHD 165Hz 309€ [Werbung]
    •  /