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Digitalisierung: EU will Stromnetz durch KI steuern lassen

Künstliche Intelligenz soll die Energieeffizienz steigern, die Netzstabilität erhöhen und intelligentes Laden, auch über Grenzen hinweg, ermöglichen.
/ Mario Petzold
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Stromkabel allein machen das Stromnetz nicht flexibel. (Bild: Pixabay/blickpixel)
Stromkabel allein machen das Stromnetz nicht flexibel. Bild: Pixabay/blickpixel

Die Europäische Kommission(öffnet im neuen Fenster) hat ihren Plan für die Integration künstlicher Intelligenz ins Stromnetz vorgestellt. Während der Aufbau von KI-Infrastruktur als große Herausforderung für das Energiesystem betrachtet wird, soll diese zugleich die Lösung für die angestrebte Energiewende hin zu einer komplett erneuerbaren Stromproduktion sein.

Mit der Digitalisierung des Stromnetzes und der Nutzung von KI im Energiesektor soll die Optimierung des Stromnetzes vorangetrieben werden. Gleichzeitig verspricht sich die Kommission eine Steigerung der Energieeffizienz und der Flexibilität.

Das intelligente Laden bei einem Überangebot im Stromnetz und das bidirektionale Laden sollen eine entscheidende Rolle spielen. In Summe soll die Stromversorgung der benötigten KI-Rechenzentren komplett nachhaltig erfolgen und zudem die europäische digitale Souveränität stärken.

Eigenständiges System soll aufgebaut werden

Für die Umsetzung wurde das Projekt AI.grid(öffnet im neuen Fenster) entwickelt. Darin wird ein umfassender Einsatz künstlicher Intelligenz entlang des gesamten Energiesystems beschrieben. Diese KI soll vollständig in der EU betrieben und auf Basis der Daten der europäischen Strommärkte trainiert werden.

Bis 2027 sollen bereits erste Energieanwendungen bereitstehen, die künstliche Intelligenz nutzen. Damit soll vor allem die Nachfrage im Stromnetz gesteuert werden. Nötig wird dafür ein gemeinsamer Datenraum, um schlussendlich ein vollständig intelligentes Netz in der gesamten EU zu schaffen.

Der Golem-Blick

Noch handelt es sich bei dem beschriebenen Plan um ein ambitioniertes Zukunftsprojekt, auch wenn viele der Vorhaben schon seit Jahren in Arbeit sind, teilweise seit 2021. Dass eine bessere Steuerung und flexiblere Nachfrage essenziell sind, um erneuerbare Energien ins Stromnetz einzubinden, war schon damals völlig klar.

Gleichzeitig zeigt sich, wozu fehlender Datenaustausch, veraltete Systeme und unzureichende Schnittstellen führen können. Diese Faktoren waren unter anderem verantwortlich für den Blackout in Spanien im letzten Jahr.

Aber auch Deutschland nimmt alles andere als eine Vorreiterrolle ein. Bis auch Privathaushalte vollständig intelligent vernetzt sind, wird es noch viele Jahre dauern. Aber immerhin könnte die Flexibilisierung schon jetzt dazu beitragen, dass weniger Abschaltungen von Wind- und Solaranlagen nötig werden, denn zumindest die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und der innereuropäische Stromhandel dürften die nötigen Voraussetzungen für eine intelligente Steuerung bereits besitzen.


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