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Digitalisierung: E-Akte in Berliner Bezirk wegen Mängeln verboten

Die Einführung der elektronischen Akte in Berliner Bezirksämtern kommt nicht wie geplant voran. Wegen gravierender Mängel hat die Bezirksbürgermeisterin von Mitte die Nutzung untersagt.
/ Andreas Donath
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Zurück zum Papier? (Bild: Pexels)
Zurück zum Papier? Bild: Pexels

Das ehrgeizige Digitalisierungsvorhaben der E-Akte in der Berliner Verwaltung steht vor großen Herausforderungen. Laut Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger funktionieren bei der E-Akte wichtige Schnittstellen zu anderen Behördenprogrammen nicht, berichtete der RBB.

Zudem kann die Software eingehende Dokumente nicht automatisch auslesen und weiterleiten. Statt Entlastung bedeutet die E-Akte(öffnet im neuen Fenster) für die Mitarbeiter damit nur Mehraufwand. Aus diesem Grund hat Remlinger ihre Ämter angewiesen, die E-Akte zunächst nicht zu verwenden.

Auch andere Bezirke beklagen dem Bericht nach gravierende Kinderkrankheiten. Ohne deutliche Verbesserungen bei der Software sei die E-Akte für die Verwaltung praktisch nutzlos, lautet die Einschätzung. Der für 2025 geplante endgültige Roll-out scheint damit gefährdet.

Ursprünglich sollte die E-Akte die Arbeit in den Behörden erleichtern und Verwaltungsabläufe beschleunigen. Doch die Realität ist aktuell eine andere: Statt Entlastung bedeutet die fehleranfällige Software für die Mitarbeiter nur Frust und Mehraufwand, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Softwareanbieter gefordert

Berlins Digitalisierungs-Staatssekretärin Martina Klement bestätigte die Unzufriedenheit mit dem Produkt des E-Akte-Anbieters gegenüber dem RBB. Sie stehe mit dem Hersteller in Kontakt, um Verbesserungen auszuhandeln. Ein kompletter Neustart sei aber wohl nicht geplant. Die E-Akte Berlin basiert auf Nscale eGov des Herstellers Ceyoniq(öffnet im neuen Fenster) . Den technischen Betrieb übernimmt das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ), der zentrale IT-Dienstleister des Landes Berlin.

Für die Bezirke ist entscheidend, dass der Anbieter die E-Akte rasch nachbessert und sie für die tägliche Arbeit praxistauglich macht. Sonst droht trotz aller Investitionen ein Scheitern des Digitalprojekts.

Trotz aller Hindernisse bleibt die E-Akte wichtig für eine moderne Verwaltung. Doch dafür braucht es jetzt konsequente Nachsteuerung. Die Verantwortlichen sind gefordert, aus den Fehlern zu lernen und die digitale Transformation mit Realitätssinn voranzubringen.


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