Digitalisierung: E-Akte in Berliner Bezirk wegen Mängeln verboten

Das ehrgeizige Digitalisierungsvorhaben der E-Akte in der Berliner Verwaltung steht vor großen Herausforderungen. Laut Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger funktionieren bei der E-Akte wichtige Schnittstellen zu anderen Behördenprogrammen nicht, berichtete der RBB.
Zudem kann die Software eingehende Dokumente nicht automatisch auslesen und weiterleiten. Statt Entlastung bedeutet die E-Akte(öffnet im neuen Fenster) für die Mitarbeiter damit nur Mehraufwand. Aus diesem Grund hat Remlinger ihre Ämter angewiesen, die E-Akte zunächst nicht zu verwenden.
Auch andere Bezirke beklagen dem Bericht nach gravierende Kinderkrankheiten. Ohne deutliche Verbesserungen bei der Software sei die E-Akte für die Verwaltung praktisch nutzlos, lautet die Einschätzung. Der für 2025 geplante endgültige Roll-out scheint damit gefährdet.
Ursprünglich sollte die E-Akte die Arbeit in den Behörden erleichtern und Verwaltungsabläufe beschleunigen. Doch die Realität ist aktuell eine andere: Statt Entlastung bedeutet die fehleranfällige Software für die Mitarbeiter nur Frust und Mehraufwand, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Softwareanbieter gefordert
Berlins Digitalisierungs-Staatssekretärin Martina Klement bestätigte die Unzufriedenheit mit dem Produkt des E-Akte-Anbieters gegenüber dem RBB. Sie stehe mit dem Hersteller in Kontakt, um Verbesserungen auszuhandeln. Ein kompletter Neustart sei aber wohl nicht geplant. Die E-Akte Berlin basiert auf Nscale eGov des Herstellers Ceyoniq(öffnet im neuen Fenster) . Den technischen Betrieb übernimmt das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ), der zentrale IT-Dienstleister des Landes Berlin.
Für die Bezirke ist entscheidend, dass der Anbieter die E-Akte rasch nachbessert und sie für die tägliche Arbeit praxistauglich macht. Sonst droht trotz aller Investitionen ein Scheitern des Digitalprojekts.
Trotz aller Hindernisse bleibt die E-Akte wichtig für eine moderne Verwaltung. Doch dafür braucht es jetzt konsequente Nachsteuerung. Die Verantwortlichen sind gefordert, aus den Fehlern zu lernen und die digitale Transformation mit Realitätssinn voranzubringen.



