Digitalisierung: CSU will generelle Zustimmungspflicht zu Cookies abschaffen

Der Personalausweis auf dem Smartphone, mehr Steuern für Google und Amazon sowie ein Ende der ständigen Cookie-Klickerei fordert die CSU.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Feiert die CSU das Cookie-Ende irgendwann mit einem Kuchen?
Feiert die CSU das Cookie-Ende irgendwann mit einem Kuchen? (Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Die CSU will Deutschland digitaler machen und hat dazu eine Agenda für 2021 formuliert. Enthalten in dem Beschlusspapier sind unter anderem Forderungen nach einem zügigen Netzausbau, einem volldigitalen Personalausweis im Smartphone und einem Abbau von Internetbürokratie. Auch eine "Mindestbesteuerung" von US-Internetkonzernen wie Google oder Amazon fordert die Partei.

Stellenmarkt
  1. IT-Netzwerkadministrator (m/w/d)
    DRK Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Mainz
  2. IT-Inhouse Consultant (m/w/d)
    Elkamet Kunststofftechnik GmbH, Biedenkopf
Detailsuche

Die 17 Punkte umfassende Vorlage, die die CSU-Landesgruppe am 6. und 7. Januar 2021 auf ihrer Klausur in Berlin beschließen will, enthält Vorschläge, die Deutschland zum "Vorreiter der Digitalisierung" machen sollen, wie es darin heißt. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur (DPA) vor.

Unter anderem schlägt die CSU vor, dass Surfen im Internet unbürokratischer werden soll. Dazu will die Partei die generelle Zustimmungspflicht zu den sogenannten Cookies abschaffen. Cookies speichern beim Surfen im Internet Daten auf der Festplatte des Nutzers und werden auch dazu verwendet, Verbrauchern individuelle Werbung zu präsentieren.

Die CSU fordert in ihrem Papier, gesetzlich festzulegen, "dass Nutzer der Verwendung von Cookies über eine Einstellung in ihrem Browser generell zustimmen" können. Die Pflicht, bei jedem Besuch einer neuen Homepage nach der Zustimmung zu Cookies gefragt zu werden, sollte aus Sicht der CSU entfallen. Sie sei eine "Belastung für schnelles Surfen".

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Nach dem Willen der CSU soll es künftig außerdem eine "europaweite Regelung für eine Mindestbesteuerung" von digitalen Großkonzernen wie Amazon oder Google geben. Wegen ihrer Geschäftsmodelle stehen die US-Konzerne seit Jahren in der Kritik.

"Wir wollen die Internet-Riesen besteuern", heißt es in der Beschlussvorlage. Wenn Google und Facebook mit personalisierter Werbung und Daten aus Deutschland Geld verdienten, dann müssten sie "von diesem Gewinn auch etwas an unser Gemeinwesen zurückgeben". Die Zeit sei reif für eine "Google- und Amazon-Steuer", heißt es. Eine konkrete Zahl dazu enthält das Papier aber nicht.

Darüber hinaus fordert die Partei "einen Weltraumbahnhof für Deutschland und Europa". Bis 2028 würden bis zu 8.500 Kleinsatelliten ins All starten, um Daten zur Erdbeobachtung und zur Umwelt- und Klimaforschung zu sammeln. Sie alle benötigten einen Träger und einen Startplatz.

Deutschland solle diesen Weltraumbahnhof zur Verfügung stellen. "Wir wollen zusammen mit der Wirtschaft eine mobile Startplattform in der Nordsee errichten und betreiben", heißt es in der Beschlussvorlage.

Nach dem Willen der CSU soll die Digitalisierung in Deutschland auf unterschiedlichen Ebenen vorangetrieben werden. Die neu gegründete Mobilfunkinfrastruktur-Gesellschaft (MIG) soll helfen, bis spätestens 2024 alle weißen Flecken im Mobilfunkausbau "mit stationären oder mobilen Masten zu beseitigen". Bis 2025 will die Partei der Beschlussvorlage zufolge 15 Milliarden Euro für Gigabit-Netze bereitstellen. Ziel sei "ein flächendeckendes 5G-Netz".

Auch der Personalausweis soll, wenn es nach der CSU geht, künftig nur noch digital verfügbar sein - und zwar auf dem Smartphone. Elektronische Funktionen hat der Personalausweis bereits seit rund zehn Jahren. Um sie zu nutzen, braucht man bislang neben dem Smartphone aber auch den normalen Ausweis.

"Wir wollen, dass die Verwendung des Online-Ausweises im Internet künftig noch einfacher wird und der Ausweis direkt auf dem eigenen Smartphone gespeichert werden kann", heißt es nun in der CSU-Vorlage.

Behördengänge sollten möglichst komplett digitalisiert werden. Gerade häufig genutzte Leistungen müssten so einfach sein wie eine Bestellung in einem Onlineshop. Dies sollte dann auch für weitere offizielle Dokumente wie etwa den Führerschein gelten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


saithis 05. Jan 2021

Das war mal so, wurde aber abgeschafft. Jetzt wird es neu geladen, selbst wenn man es...

Schnarchnase 04. Jan 2021

Einzahl, nur Microsoft hat das gemacht (verbockt).

demonkoryu 04. Jan 2021

Ich ging davon aus, dass es einfach bedeutet, gewisse Präferenzen per Request Header zu...

StaTiC2206 04. Jan 2021

Das sind nur Tropfen auf heiße Steine. Wenn die Strafen dermaßen hoch ausfallen würden...

Prof.Dau 04. Jan 2021

Dann belassen wir es bei bullshit



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Waffensystem Spur
Menschen töten, so einfach wie Atmen

Soldaten müssen bald nicht mehr um ihr Leben fürchten. Wozu auch, wenn sie aus sicherer Entfernung Roboter in den Krieg schicken können.
Ein IMHO von Oliver Nickel

Waffensystem Spur: Menschen töten, so einfach wie Atmen
Artikel
  1. OpenBSD, TSMC, Deathloop: Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt
    OpenBSD, TSMC, Deathloop
    Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt

    Sonst noch was? Was am 15. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

  3. China: Illegale Kryptominer zapfen Strom von Staatsfirmen an
    China
    Illegale Kryptominer zapfen Strom von Staatsfirmen an

    Im Kampf gegen Kryptomining haben chinesische Behörden entdeckt, dass auch in staatlichen Unternehmen und Behörden Strom abgezapft wurde.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 21% auf Logitech, bis 33% auf Digitus - Cyber Week • Crucial 16GB Kit 3600 69,99€ • Razer Huntsman Mini 79,99€ • Gaming-Möbel günstiger (u. a. DX Racer 1 Chair 201,20€) • Alternate-Deals (u. a. Razer Gaming-Maus 19,99€) • Gamesplanet Anniversary Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /