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Betrug erkennen per Forensik

Versicherungen nutzen Bildforensik, um Betrugsversuche aufzudecken. Da wird beispielsweise ein Schmuckanhänger vergrößert, damit er wertvoller erscheint, oder aus einem Anhänger wird ein Paar Ohrringe. Diese Verdoppelung lässt sich durch eine Analyse des Sensorrauschens identifizieren: In dem Bereich, wo der Bildfälscher den vermeintlichen zweiten Ohrring hineinkopiert hat, ist das kameraspezifische Rauschen inkonsistent oder es fehlt ganz. Damit lässt sich nachweisen, dass es nur einen Anhänger gegeben hat und der zweite eine Kopie des Originals war. Auch über andere physikalische Merkmale lässt sich Versicherungsbetrug aufdecken, etwa wenn auf dem Foto einer Rechnung Ziffern aus dem Datum per Kopierretusche in den Rechnungsbetrag übertragen werden, um diesen höher erscheinen zu lassen. Das Datum steht aber normalerweise am Rand, wo die chromatische Aberration stärker ausgeprägt als in der Mitte, wo sich der Rechnungsbetrag befindet. Wird eine Ziffer vom Bildrand in die Mitte übertragen, ergibt sich wieder eine Inkonsistenz in der Signalabfolge, die die Forensik-Software erkennt.

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Die Assicurazioni Generali etwa prüft inzwischen digital eingereichte Bilder standardmäßig. Der italienische Versicherungskonzern hat dafür eigens eine KI-basierte Software entwickeln lassen. Die sucht ein Foto beispielsweise nach digitalen Fingerabdrücken ab. Findet sie lediglich den der Kamera, kann der Fall weiterbearbeitet werden. Weist das Bild aber Spuren eines Bildbearbeitungsprogramms auf, wird die Versicherung den Kunden nach der Originaldatei oder den Rohdaten fragen, bevor sie den Schaden reguliert.

Eine Kamera lässt sich identifizieren

Die Bildforensik kann aber nicht nur Bildbearbeitungen, sondern auch die Urheberschaft eines Bildes erkennen, also ein Bild einer Kamera zuordnen, mit der es aufgenommen wurde. Das Merkmal hier ist die Photo Response Non-Uniformity (PRNU), die für jede individuelle Kamera unterschiedlich ist.

Hintergrund ist: Theoretisch sollte, wenn gleichmäßiges Licht auf einen Kamerasensor fällt, jedes Pixel den gleichen Wert ausgeben. Praktisch erzeugt aber ein Sensor kein gleichmäßiges Signal. Er hat empfindlichere und unempfindlichere Zellen und damit eine Ungleichförmigkeit. Diese Abweichungen bestehen auch, wenn die Sensoren mit denselben Maschinen in kurzem zeitlichem Abstand gefertigt wurden. Das Muster ist in jedem Bild, das mit dieser Kamera aufgenommen wurde, vorhanden.

Der digitale Fingerabdruck der Kamera identifiziert einen Fotografen

Mit dieser Methode überführen Strafverfolger beispielsweise Fotografen, die illegale Fotos aufgenommen haben, etwa im Bereich Kinderpornografie. Der Besitzer einer Kamera mag bestreiten, dass die Fotos von ihm sind, - der Fingerabdruck der Kamera überführt ihn. Im Umkehrschluss hat eine Bildagentur erwogen, die Kameras ihrer Fotografen per PRNU zu authentifizieren, um die Urheberschaft an einem Bild sicherzustellen.

Die Erkennungsrate durch die PRNU liegt bei bis zu 99 Prozent - wenn das Bild in einer hohen Auflösung vorliegt. Und da liegt dann auch die momentane Grenze der Forensik.

 Ist das Bild bearbeitet?Was Forensik nicht kann 
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berritorre 20. Apr 2018

Wozu sollte man mehr als ein JPEG verwenden? Ich beschwere mich ja auch, wenn Logos, etc...

Gamma Ray Burst 18. Apr 2018

Lese ich jedesmal bei dem Titel...

kendon 17. Apr 2018

Nichts. Aber dann hast Du eben kein Originalfoto vorzuweisen, sondern nur ein...

superdachs 17. Apr 2018

Von besonders wertvollen Sachen (Fahrrad etc) hat man normalerweise ein Foto in den...

chefin 17. Apr 2018

Dafür brauchst keinen hex-Editor. Jede Bildbearbeitung kann dir das extrahieren und...


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