Ist das Bild bearbeitet?

Ein Einsatzgebiet von Kriese und seinen Kollegen sind Fotowettbewerbe. Die Bildforensiker sollen prüfen, ob die eingereichten Bilder den Wettbewerbsregeln entsprechen und eventuelle Verstöße aufdecken. Die Regeln variieren zwischen verschiedenen Wettbewerben. Manche lassen den Fotografen viele Möglichkeiten zur Bearbeitung, andere verbieten sogar, ein Bild zu beschneiden.

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Um in einem Wettbewerb ihre Chance zu verbessern, nehmen die Fotografen mitunter Bildbearbeitungsprogramme zur Hilfe, um ein Foto dramatischer zu gestalten. So wie der Schwede Paul Hansen, der 2013 zum Sieger des renommierten World Press Photo Award gekürt wurde - mit einem Bild von einem Beerdigungszug für zwei palästinensische Kinder, die bei einem israelischen Luftangriff getötet worden waren.

Zuvor war das Bild bereits auf der Website der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter erschienen. Beide Versionen unterschieden sich deutlich. Es kam sogar der Verdacht auf, die Wettbewerbsversion des Fotos sei aus mehreren Bildern zusammengesetzt. Der habe sich nicht bestätigt, erzählt Kriese, der seinerzeit auch eines der Gutachten zu dem Bild geschrieben hatte.

Hansen durfte seinen Titel behalten

In einigen Bildteilen habe es Inkonsistenzen im Bildrauschen gegeben, die auf Bearbeitungen mit Photoshop hindeuteten. So habe Hansen etwa Spitzlichter abgemildert oder bestimmte Reflexe verstärkt. Hani Farid, ein bekannter US-Forensiker, konnte ebenfalls keine weiteren Anzeichen für eine Bearbeitung wie Kopierretusche oder Montage finden, schrieb aber in seinem Gutachten, das Bild sei im Ganzen und in Teilen bearbeitet. Die Jury bestätigte zwar Hansens 1. Platz, passte danach aber die Regeln an. So wurden beispielsweise die Kopierretusche oder Nachbearbeitungen an Teilen eines Fotos verboten. Erlaubt sind nur Bearbeitungen des ganzen Bildes, also etwa eine Veränderung der Belichtung oder ein Beschnitt.

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Wir legen Kriese das Bild eines Laptops vor, bei dem wir das Logo des Herstellers auf dem Deckel vergrößert haben. Bei der Analyse des Frequenzspektrums im unbearbeiteten Teil des Bildes findet sich das typische JPG-Raster. Im bearbeiteten Teil hingegen findet der Forensiker neue Peaks - kleine Punkte, die dem Laien kaum auffallen würden.

Der Forensiker sucht nach Inkonsistenzen

Kriese hat zunächst das Rauschen in drei Kanälen extrahiert und diese in ein Kompositbild zusammengefügt. Das untersucht seine Software dann auf Inkonsistenzen im Signalrauschen in der Interpolation des Signals des Color Filter Arrays (CFA), dem Demosaicing.

Bei den üblichen Bayer-Sensoren sind grüne Farbpixel doppelt so häufig vertreten wie rote und blaue. Aus dieser Verteilung ergibt sich ein Frequenzmuster für das Bildrauschen. "Wenn diese Frequenz im Bild gleichmäßig ist, dann ist es ein Original. Wenn diese Frequenz aber irgendwo nicht mehr so ist, wie man es erwarten würde, dann ist das Bild dort inkonsistent und dann kann ich über diesen Schritt lokale Manipulationen nachweisen", beschreibt Kriese.

Digitalkameras bearbeiten Bilder

Bei unserem Bild zeigt sich eine relativ homogene Rauschstruktur - bis auf den Bereich, wo das Logo vergrößert wurde. Beim Hineinzoomen ist zu sehen, dass das Rauschen dort reduzierter ist. "Das kann man dann zurückführen auf eine Bearbeitung", sagt Kriese. Allerdings erkennt die Software noch etwas: Im Bildvordergrund sind konzentrische Linien zu erkennen.

Sie deuten darauf hin, dass die optische Verzeichnung des Objektivs automatisch durch die Kamera ausgeglichen wurde. Für den Bildforensiker Kriese ist das im Sinne der Authentizität des Bildes eine ambivalente Sache: "Wenn eine Kamera schon ganz viele Schritte übernimmt, von denen man früher gesagt hat, das ist eine Bearbeitung, beispielsweise Entrauschen, Schärfen, Kontrast optimieren, Bildfeld wölben, die chromatische Aberration des Objektivs automatisch entfernen, dann macht sie schon sehr viel mit den Rohdaten und gibt ein Ergebnis ab, das man früher gar nicht als unbearbeitet empfunden hätte."

Wo wird das sonst noch eingesetzt?

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 Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den FälscherBetrug erkennen per Forensik 
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berritorre 20. Apr 2018

Wozu sollte man mehr als ein JPEG verwenden? Ich beschwere mich ja auch, wenn Logos, etc...

Gamma Ray Burst 18. Apr 2018

Lese ich jedesmal bei dem Titel...

kendon 17. Apr 2018

Nichts. Aber dann hast Du eben kein Originalfoto vorzuweisen, sondern nur ein...

superdachs 17. Apr 2018

Von besonders wertvollen Sachen (Fahrrad etc) hat man normalerweise ein Foto in den...

chefin 17. Apr 2018

Dafür brauchst keinen hex-Editor. Jede Bildbearbeitung kann dir das extrahieren und...



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