Digitalfotografie: Eine Kamera aus vielen Kameras

Bilder im Gigapixel-Bereich sind nichts Ungewöhnliches. Ist die Kamera entsprechend groß – und teuer -, schafft sie eine solche Auflösung. Wie etwa die Kamera für das Large Synoptic Survey Telescope (LSST), die das Ausmaß eines Autos hat. Wer sich eine solche Ausrüstung nicht leisten kann, der macht einfach viele Bilder und setzt sie anschließend zu einem Gigapixel-Panorama zusammen. Oder greift auf Aware(öffnet im neuen Fenster) zurück, eine Kamera, die Wissenschaftler in den USA entwickelt haben.
Panorama in der Kamera
Diese macht letztlich auch nichts anderes der als Panoramafotograf: viele Bilder, die zu einem montiert werden. Die Kamera besteht aus 98 kleinen Kameras, ähnlich denen, die in Smartphones verbaut werden, mit einer Auflösung von jeweils 10 Megapixeln. Sie alle sind auf eine 16 Millimeter große Eintrittsöffnung gerichtet.


Aware hat einen horizontalen Bildwinkel von 120 Grad – das entspricht in etwa dem eines starken Superweitwinkelobjektivs: Ein Objektiv mit einer Brennweite von 10 Millimetern (Kleinbild) hat einen horizontalen Bildwinkel von 122 Grad. Der vertikale Bildwinkel der Kamera beträgt 40 Grad.
18 Sekunden für ein Bild
Wird die Kamera ausgelöst, setzen acht Grafikprozessoren (Graphical Processing Units, GPU) die Bilder zu einem zusammen. 18 Sekunden dauert die Bearbeitung – dann ist das Gigapixel-Bild fertig. Mit der Weiterentwicklung der GPUs werde aber die Bearbeitungszeit kürzer, sagte David Brady dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) . Der Forscher von der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina leitet das Projekt.
Noch ist die Kamera nicht handlich: Der Prototyp, den die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature vorstellen(öffnet im neuen Fenster) , ist 75 x 75 x 50 Zentimeter groß – wobei die Größe allerdings in erster Linie der Kühlausrüstung für die Bauteile geschuldet ist. Sie glauben dennoch, dass sie künftig 100 Kameras im Jahr absetzen können, für 100.000 US-Dollar pro Stück. Ende des Jahres soll das System serienreif sein.



