Abo
  • IT-Karriere:

Klarnamenpflicht schützt nicht vor Belästigung

Auch ein Fall aus Österreich selbst gilt Gegnern der Klarnamenpflicht als Argument dafür, dass die Maßnahme das grundsätzliche Problem nicht lösen wird. Sigrid Maurer, eine Politikerin der österreichischen Grünen, war im Mai 2018 vom Facebook-Account eines Wiener Craftbeer-Unternehmers - mit Klarnamen - mit obszönen Nachrichten belästigt worden. Der Besitzer des Facebook-Kontos war in diesem Fall also leicht zu ermitteln.

Stellenmarkt
  1. Pohl Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH & Co. KG, Düren
  2. Dataport, Hamburg

Der Fall nahm eine für viele Beobachter irritierende Wende: In Österreich gibt es kein Gesetz, gegen das eine derartige digitale Belästigung verstoßen hatte. Maurer machte deshalb - aus Notwehr, wie sie sagte - die obszönen Nachrichten öffentlich und wurde im Gegenzug vom Besitzer des Facebook-Kontos verklagt. Maurer wurde im Oktober in erster Instanz wegen Rufschädigung verurteilt. Der Richter erklärte, dass er zwar sicher sei, dass der Kläger lüge, Maurer habe aber nicht nachweisen können, dass der Mann die Nachrichten, die von seinem Facebook-Konto stammten, alle selbst geschrieben habe.

Wissenschaftlich erwiesen: Klarnamenpflicht schreckt kaum ab

Jenseits solcher Anekdoten hat auch die Wissenschaft einige Belege dafür gesammelt, dass die Theorie der österreichischen Regierung über Anonymität und Straftaten im Netz möglicherweise unterkomplex ist.

In einer Studie zu Shitstorms und anderen Massen-Wutausbrüchen im Netz haben zum Beispiel die Zürcher Wissenschaftler Katja Rost, Lea Stahel und Bruno Frey herausgefunden, dass Unterzeichner von Online-Petitionen, die ihren echten Namen verwenden, sogar noch etwas vehementer zu Werke gehen als ihre pseudonymen Kommentarbrüder und -schwestern. Die Theorie der Forscher: Die Kommentatoren versprechen sich durch die Nutzung des Klarnamens höhere Glaubwürdigkeit. Wegen ihrer Kommentare strafrechtlich verfolgt zu werden, scheint ihnen demnach unwahrscheinlich.

Die frühere Grünen-Abgeordnete Maurer lehnt die Pläne der Regierung ab und fordert stattdessen eine wirksame Strafverfolgung. "Die Betroffenen von Hass im Netz brauchen keine neue Beschränkung der Freiheiten im Netz, sondern wirksame rechtliche Möglichkeiten, gegen Hass vorzugehen. Der meiste Hass kommt bereits jetzt über Klarnamen - die Regierung wäre gefragt, dazu Lösungen zu liefern. Stattdessen betreibt sie durchsichtige Propaganda."

 Digitales Vermummungsverbot: Auch ohne Maske hasst sich's trefflich
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-77%) 11,50€
  2. 2,19€
  3. 26,99€
  4. (-75%) 3,75€

Crass Spektakel 26. Dez 2018

Auch wenn ich kein Fan von eingeschränkter Anonymität bin sollte man doch mal sachlich...

neocron 26. Nov 2018

ich halt mich mal kurz Du versuchtest Zensur grundlegend als etwas schlecht...

Richard Wahner 18. Nov 2018

Nein, das hat es in der Tat nicht. Aber es hat beispielsweise einem Hauke H. wegen der...

plutoniumsulfat 17. Nov 2018

Die Tatsache ließe sich aber ebenfalls nicht beweisen. Das nicht, es wäre nur die...

DreiChinesenMit... 16. Nov 2018

und von Profilfotos die zu identifizierung dienen. Da finden Leute die einen nicht leiden...


Folgen Sie uns
       


Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test Video aufrufen
Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


    In eigener Sache: Neue Workshops zu agilem Arbeiten und Selbstmanagement
    In eigener Sache
    Neue Workshops zu agilem Arbeiten und Selbstmanagement

    Wir haben in unserer Leserumfrage nach Wünschen für Weiterbildungsangebote gefragt. Hier ist das Ergebnis: Zwei neue Workshops widmen sich der Selbstorganisation und gängigen Fehlern beim agilen Arbeiten - natürlich extra für IT-Profis.

    1. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
    2. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht
    3. Golem Akademie Golem.de startet Angebote zur beruflichen Weiterbildung

    FPM-Sicherheitslücke: Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM
    FPM-Sicherheitslücke
    Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM

    Server für den sogenannten FastCGI Process Manager (FPM) können, wenn sie übers Internet erreichbar sind, unbefugten Zugriff auf Dateien eines Systems geben. Das betrifft vor allem HHVM von Facebook, bei PHP sind die Risiken geringer.
    Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

    1. HHVM Facebooks PHP-Alternative erscheint ohne PHP

      •  /