Jede Bitcoin ist im Netz verzeichnet

Bitcoins wirken manchem daher tatsächlich wie ein rettender Halm. Das Magazin Wired beobachtete, dass das Interesse an Apps und Programmen, mit denen Bitcoins gehandelt und verwaltet werden können, in Spanien und Zypern in der letzten Zeit heftig gestiegen ist. Die Menschen dort sind auf der Suche nach einer sichereren Geldanlage.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler*in Abbrandvorgänge und Antriebssysteme
    Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI, Kandern, Freiburg im Breisgau
  2. Data Manager (m/w/d)
    Hays AG, München
Detailsuche

Als solche sind Bitcoins eigentlich nicht gedacht. Nicht direkt zumindest. Der oder die Erfinder wollten mit ihnen ein fälschungssicheres und transparentes Handelssystem aufbauen, das funktioniert, ohne dass Nutzer ihm vertrauen müssen. Im Whitepaper, in dem die Ursprungsidee formuliert ist, heißt es dazu: "What is needed is an electronic payment system based on cryptographic proof instead of trust, allowing any two willing parties to transact directly with each other without the need for a trusted third party." Kryptographische Verfahren sollen also das Vertrauen in Währungen und Banken ersetzen und ein Weg sein, damit zwei Seiten direkt miteinander handeln können, ohne dass sie sich auf eine dritte Partei wie eine Bank verlassen müssen. Die Entwickler sehen das Ganze jedoch als Experiment, nicht als bewährtes System.

Kryptographie

Basis sind die Rechner der Nutzer. Sie bilden ein dezentrales Netz, das sich alle wichtigen Informationen merkt. Das Geld besteht aus einem kryptographischen Schlüssel. Jede Münze ist ein einzigartiger Block Daten, der mit einem Algorithmus einmal errechnet wird und dann nicht mehr nachgemacht werden kann. So etwas wie die Seriennummer der Münze wird im Netz hinterlegt, um Fälschungen zu verhindern.

Auch die persönliche Geldtruhe - Wallet genannt - wird mit Kryptographie geschützt. Ähnlich wie bei der Verschlüsselung von E-Mails mit PGP hat jeder Nutzer einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel, um Daten mit anderen zu tauschen, also um zu handeln.

Golem Karrierewelt
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    03.06.2022, virtuell
  2. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    26.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Jede Bitcoin und auch jede Überweisung wird im für alle transparenten weltweiten Bitcoin-Netzwerk verzeichnet. Überweist Nutzer A an Nutzer B zehn Bitcoins, können alle übrigen Nutzer sehen, dass genau diese zehn einzigartigen Bitcoins von A nach B geflossen sind. Das Geld kann dadurch von A nicht noch einmal ausgegeben und zum Beispiel an Nutzer C überwiesen werden.

Nur eine Machbarkeitsstudie

Das alles klingt ausreichend interessant, um in begrenztem Umfang zu funktionieren. Der derzeitige Wertanstieg ist auch nicht der erste der Bitcoin-Geschichte. Im Juni 2011 gab es schon einmal einen heftigen Ausschlag. Der Wert einer Münze stieg auf mehr als dreißig Dollar. Gleichzeitig war das Interesse für die Währung messbar gestiegen, wie Google-Suchanfragen dazu zeigten. Kurz darauf ließ das Interesse nach und auch der Wert fiel schnell wieder auf ungefähr zwei Dollar.

Was letztlich nur belegt, dass eine Reihe Menschen bereit ist, eine Wette auf den künftigen Wert abzuschließen und sich ein paar Bitcoins zuzulegen. Grundlage für ein Handelssystem ist eine solche Spekulation aber nicht. Dazu braucht es viele, die sie zum Bezahlen nutzen.

Das ist inzwischen möglich, manche Firmen akzeptieren die Währung, an speziellen Börsen wie Mt.Gox können sie in Dollar, Euro oder Yen getauscht werden. Doch wirklich verbreitet sind Bitcoins nicht. Dazu taugen sie auch gar nicht. Denn Bitcoins sind nicht mehr als ein proof of concept, eine Machbarkeitsstudie. Längst nicht die einzige, aber derzeit die größte. Die maximal 21 Millionen Bitcoins sind zwar transparent und hinreichend fälschungssicher, aber es sind zu wenige, um ein weltweit funktionierendes Handelssystem bauen zu können.

Ganz ohne Vertrauen geht es nicht

Douglas Adams beschrieb das Problem in seinem Anhalter durch die Galaxis. Eine der drei konvertierbaren Währungen im Adamsschen Anhalter-Universum ist der Ningi. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt acht Ningi für einen triganischen Pu. Leider ist der Ningi eine dreieckige Gummimünze mit einer Kantenlänge von 6.800 Meilen und es hat noch niemand genug Ningi zusammenbekommen, um sie in einen Pu zu wechseln.

Außerdem geht es auch bei Bitcoins nicht ganz ohne Vertrauen - Vertrauen in die Verschlüsselungsalgorithmen und in den Code und somit in die Entwickler. Ohne Vertrauen ist kein Warentausch möglich. Wie sich auch bei Bitcoins zeigt. Denn absolut sicher sind sie nicht, sie können gestohlen werden. Immer wieder gibt es Versuche, Konten zu knacken, um an die darin gespeicherten kryptographischen Codes und also an die Bitcoins zu kommen.

Ist die derzeitige Wertsteigerung also nur Spekulation? Bestimmt. Aber sie ist auch ein Beleg dafür, dass mehr Menschen bereit sind, sich an der Suche nach alternativen Handelskonzepten zu beteiligen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Digitales Geld: Warum sind Bitcoins plötzlich 100 Dollar wert?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Smail2 31. Okt 2018

Ich an deiner Stelle wüsste auch nicht was jetzt die besere Entscheidung währe !? Hoffe...

pangu 14. Jul 2013

Das ist nicht mehr und nicht weniger problematisch als das verschwenderische Schürfen von...

pholem 17. Apr 2013

Schau mal was ich geschrieben hatte: Naja, genauer gesagt nicht in Bitcoins selbst...

frontloop 09. Apr 2013

Es würde dich interessieren???!!! :D Dann schau dir das heutige Finanzsystem an, da...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
"Macht mich einfach wahnsinnig"
Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor einem Jahr ein Elektroauto bei VW bestellt. Und seitdem nichts mehr davon gehört.

Macht mich einfach wahnsinnig: Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW
Artikel
  1. Satellitenkommunikation: Bundeswehr soll Starlink testen
    Satellitenkommunikation
    Bundeswehr soll Starlink testen

    Das deutsche Heer soll Produkte für private Satellitenkommunikation testen. Das Verteidigungsministerium nennt in diesem Zusammenhang Starlink von SpaceX.
    Eine Exklusivmeldung von Lennart Mühlenmeier

  2. Telemetrie: Voyager 1 weiß wohl nicht, wo sie ist
    Telemetrie
    Voyager 1 weiß wohl nicht, wo sie ist

    Seit 1977 befindet sich die Raumsonde Voyager 1 auf ihrer Reise durchs All. Die neusten Daten scheinen einen falschen Standort anzuzeigen.

  3. Agile Softwareentwicklung: Einfach mal so drauflos programmiert?
    Agile Softwareentwicklung
    Einfach mal so drauflos programmiert?

    Ohne Scrum wäre das nicht passiert, heißt es oft, wenn etwas schiefgeht. Dabei ist es umgekehrt: Ohne agiles Arbeiten geht es nicht mehr. Doch es gibt drei fundamentale Missverständnisse.
    Von Frank Heckel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Xbox Series X bestellbar • Samsung schenkt 19% MwSt. • MindStar (u. a. AMD Ryzen 9 5950X 488€) • Cyber Week: Jetzt alle Deals freigeschaltet • LG OLED TV 77" 62% günstiger: 1.749€ • Bis zu 35% auf MSI • Alternate (u. a. AKRacing Core EX SE Gaming-Stuhl 169€) [Werbung]
    •  /