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Hat es Sinn, Google zu zerschlagen?
Hat es Sinn, Google zu zerschlagen? (Bild: Hassan Ammar/Getty Images)

'Es ist sicher nicht falsch, Google in seine Schranken zu verweisen'

Die Politik konzentriert sich statt auf Grundsatzfragen eher auf Symbolfälle wie die Zerschlagung Googles.

Joost: Es ist sicher nicht falsch, Google in seine Schranken zu verweisen. Aber die Zerschlagung von Google kann nur plakativ gemeint sein, um die Möglichkeiten aufzuzeigen. Es wirkt wie der Versuch, Sandsäcke gegen einen Tsunami aufzutürmen.

Welzer: Das verstehe ich nicht.

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Joost: Wie soll man einem Konzern drohen, der weltweit einen Markt revolutioniert hat?

Welzer: Na ja, wir haben ein scharfes Kartellrecht.

Joost: Man kann versuchen, Google mit dem Wettbewerbsrecht ein Stück weit zu kontrollieren, man wird aber an der Struktur nichts ändern.

Pausder: Eben. Haben Sie Google zerschlagen, kommt der nächste.

Welzer: Das ist doch kein Argument.

Pausder: Doch. Sehen Sie Facebook, Twitter, Whatsapp. Google tot, Internet erledigt? So ist es doch nicht.

Nestmann: Was wäre, Herr Welzer, aus Ihrer Sicht denn das Gute an einer Zerschlagung Googles?

Welzer: Dann könnten die Tochterunternehmen sich nicht gegenseitig Vormachtstellungen sichern.

Pausder: Würden Sie auch so argumentieren, wenn Google ein deutsches Unternehmen wäre?

Welzer: Selbstverständlich. Ich kenne keinen in der Debatte, der die Fragen zum Kapitalismus im Netz mit der Frage nach Europa oder Amerika verknüpft.

Nestmann: Das empfinde ich anders. Wenn ich mich mit Entscheidern in Brüssel oder Berlin unterhalte, dann heißt es immer: Warum wurde Uber nicht in Berlin gegründet? Es gibt diese Angst vor Konzernen aus den USA. Und wenn ich Vorschläge höre, wir müssten europäische Player schaffen... Wir müssen überhaupt nichts. Wir sollten vielmehr erst mal die Bedingungen schaffen, dass digitales Gründen in Deutschland einfacher wird. Wenn die deutsche Regierung aber schon damit überfordert ist, wie will denn dann bitte die EU-Kommission europäische Champions gründen?

Können sich denn alle Anwesenden darauf einigen, dass das Netz viel mehr Möglichkeiten bietet als Risiken?

Welzer: Insgesamt eröffnet Digitalisierung neue Formen der Beteiligung, schon klar. Gleichzeitig findet eine Okkupation durch den Markt statt. Vieles wird ökonomisiert, was eigentlich unter Teilhabe-Gesichtspunkten erfunden worden ist. Schauen Sie auf Airbnb: Da ist zu einem riesigen Markt verkommen, was früher als privater Tausch stattfand.

Nestmann: Aber es gibt ja weiter den Gedanken des Tauschens. Wenn ich bei Freunden schlafe, sagen die doch nicht: Buch' bitte über Airbnb.

Welzer: Glück gehabt... Bei WGs von Studenten ist das anders. Und da sind wir wieder bei sozialen Veränderungen aufgrund der digitalen Eruption.

Nestmann: Ich bitte Sie, ich verlange doch von meiner Frau auch nicht plötzlich, dass sie mich über Uber bucht, wenn sie mit mir fahren will.

Welzer: Beim Beispiel der WG ist das evident. Es ist nicht einmal böser Wille, wenn Mitbewohner sagen, wir bieten das Gästezimmer lieber über Airbnb an, um Geld zu verdienen. Der Konflikt tritt auf, sobald einer sagt, der nächste Gast ist kein Airbnb-Kunde, sondern mein Kumpel. Sie können bei vielen Portalen sehen, dass einst funktionierende soziale Systeme durch die Monetarisierung einen anderen Charakter kriegen.

Joost: Ich finde, Jeremy Rifkin hat dazu etwas Visionäres gesagt. Und er macht die Gegenthese zu Ihnen auf, Herr Welzer: Die Sharing-Ökonomie führt gerade aus der Falle der Monetarisierung heraus und eröffnet ein alternatives Modell zum Kapitalismus.

Welzer: Rifkin schreibt total dummes Zeug.

Joost: Oh nein, schauen Sie bitte, wie viel Bedeutung Rifkin etwa Open Source einräumt. Zugang zu Wissen und kompetenter Umgang mit Technologie sind dort Kernwerte. Das würde, wenn wir es im gesellschaftlichen Kontext denken, viele Digitalisierungsprobleme lösen, die wir heute Abend diskutiert haben.

Welzer: Das funktioniert in einer idealen Welt, aber sicher nicht in der Welt, wie wir sie vorfinden. Der Zugang zu den Ausgangsressourcen ist doch völlig ungleich. Im Vergleich zu Rifkins Technikverständnis war das von Daniel Düsentrieb reflektiert.

 'Staatliche Rahmenbedingungen sind richtig und wichtig''Man muss der neuen Zeit eine Chance geben!' 

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Pascal Schneiders 01. Jun 2015

Hallo, zum Thema Suchmaschinen und deren Nutzung führe ich eine wissenschaftliche Online...

Atzeonacid 29. Mai 2015

Und dafür bist Du jetzt der Experte?:)

Atzeonacid 29. Mai 2015

Das weißt Du und das weiß ich, aber mindestens 80% der Nutzer ist es nicht bekannt (ja...

Butterkeks 28. Mai 2015

Das heißt, nur weil ich mich nicht völlig neuen Technologien verschließen möchte, muss...

Anonymer Nutzer 28. Mai 2015

Ja, so eine Diskussionsmitschrift finde ich toll. Eigentlich fast zu knapp gehalten, aber...



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