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Digitaler Unabhängigkeitstag: Mit Wechselpartys gegen die großen IT-Konzerne

39C3
Von X zu Mastodon , von Chrome zu Firefox : Ein Bündnis um den CCC ruft dazu auf, sich von den US-amerikanischen IT-Plattformen zu emanzipieren.
/ Friedhelm Greis
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Autor Marc-Uwe Kling wirbt auf dem 39C3 für den digitalen Unabhängigkeitstag. (Bild: Media.ccc.de)
Autor Marc-Uwe Kling wirbt auf dem 39C3 für den digitalen Unabhängigkeitstag. Bild: Media.ccc.de / CC-BY 4.0

Der Chaos Computer Club (CCC) ruft zusammen mit Organisationen wie Wikimedia Deutschland zu einem monatlichen "digitalen Unabhängigkeitstag" auf. "An jedem ersten Sonntag im Monat wechseln wir von Big-Tech-Plattformen zu freien, lokalen oder auch einfach nur weniger problematischen Alternativen" , teilte der Hackerclub(öffnet im neuen Fenster) anlässlich des 39. Chaos Communication Congress (39C3) in Hamburg mit. Der erste Digital Independence Day oder Di.Day finde am 4. Januar 2026 statt und wird von der Initiative Save Social(öffnet im neuen Fenster) koordiniert.

In seiner Mitteilung schreibt der CCC mit Blick auf Forderungen von Elon Musk zur Auflösung der EU und auf den zuletzt verhängten Visabann gegen Europäer : "Hier geht es längst nicht mehr nur um eine Plattform, sondern um den Einfluss auf öffentliche Debatten, demokratische Prozesse und europäische Rechtsstaatlichkeit." Europa sei "im Würgegriff von Big Tech" . Die Plattformen scherten "sich nicht um unsere Gesetze, zersetzen unsere Demokratie und damit unsere Freiheit" .

Auf der Kampagnenseite Di.Day(öffnet im neuen Fenster) finden sich bereits mehrere "Wechselrezepte" . Diese sollen Nutzern zeigen, wie sie beispielsweise von Whatsapp zu Signal, von Chrome zu Firefox, von X zu Mastodon oder von Google zu Ecosia wechseln können.

Bundesweite Workshops

Der CCC bietet zudem Workshops in den Hackerspaces von mehr als zehn Städten an. "Wir helfen beim Umzug von Windows 10 zu sichereren Alternativen, beim Umzug von Whatsapp zum geeigneten Messenger, beim Umzug von Gmail zu einem vertrauenswürdigen Anbieter" , heißt es weiter.

Marc-Uwe Kling unterstützt Di.Day

Zu den Befürwortern gehört auch Schriftsteller Marc-Uwe Kling (Känguru-Chroniken), der in seinem Vortrag auf dem 39C3(öffnet im neuen Fenster) für die Initiative warb. " Das Ziel ist einfach: weniger Abhängigkeit, weniger Monopol, weniger Überwachungskapitalismus" , sagte das Känguru im Dialog mit Kling auf der Bühne. "Man könnte sogar so Wechselpartys organisieren, wo sich die Menschen treffen können. Also in echt."


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