Digitaler Assistent: Amazon bringt neue Funktionen für Alexa

Amazon hat neue Funktionen für Alexa angekündigt. Sehr alte Sprachaufnahmen werden sich automatisiert löschen lassen, der digitale Assistent kann im Flüsterton antworten, die Sprechgeschwindigkeit variieren und wird bei Fehlern umgänglicher.

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Neue Funktionen für Alexa-Lautsprecher
Neue Funktionen für Alexa-Lautsprecher (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Amazon reagiert zaghaft darauf, dass Sprachmitschnitte über Alexa in vielen Fällen nachträglich von Menschen angehört werden. Bald soll es möglich sein, sehr alte Sprachmitschnitte löschen zu lassen. Anders als Google und Apple will Amazon Sprachaufnahmen weiterhin von Menschen auswerten lassen. Apple sowie Google hatten das nachträgliche Anhören von Sprachmitschnitten ausgesetzt, nachdem deutlich wurde, dass Mitarbeiter gezielt Sprachmitschnitte der beiden Assistenten nachträglich auswerten. Alle Anbieter haben ihre Kunden nur unzureichend darauf hingewiesen.

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Amazon hatte nie mitgeteilt, dass die durch Menschen erfolgte Auswertung von Sprachmitschnitten unterbrochen wurde. Alle Anbieter begründen das menschliche Mithören von Sprachmitschnitten damit, dass die digitalen Assistenten nur auf diese Weise verbessert werden könnten. Im Zuge der Sprachmitschnitte werden auch Dinge aufgenommen und ausgewertet, die nicht für die digitalen Ohren der digitalen Assistenten bestimmt gewesen sind, weil sich etwa Alexa oder Google Assistant ungewollt aktiviert hatten.

In den kommenden Wochen will Amazon Kunden eine Funktion bereitstellen, mit der sich alle Sprachaufzeichnungen löschen lassen, die ein bestimmtes Alter überschritten haben. Zur Wahl stehen hier drei Monate oder 1,5 Jahre. Andere Zeiträume wird Amazon nicht anbieten. Wenn die Funktion manuell aktiviert ist, soll die Löschung alter Sprachmitschnitte ohne weiteres Zutun des Nutzers erfolgen.

Sprachaufzeichnungen auf Zuruf löschen

In diesem Jahr hatte Amazon bereits die Möglichkeit aktiviert, Sprachmitschnitte auf Zuruf zu löschen. Das Löschen von Befehlen ist damit deutlich einfacher als dies erst in der Alexa-App zu erledigen. Mit dem Befehl "Lösche, was ich gerade gesagt habe" wird der vorherige Befehl aus den Sprachaufnahmen entfernt. Das kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn sich das Alexa-Gerät ungewollt aktiviert und somit eine Unterhaltung mitgeschnitten hat, die nicht als Befehl gedacht gewesen ist.

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Zudem kann der Anwender durch den Zuruf "Lösche alles, was ich heute gesagt habe" sämtliche Sprachaufzeichnungen des aktuellen Tages entfernen. Löschbefehle für die Sprachaufnahmen einer Woche oder eines Monats gibt es nicht. Alle smarten Lautsprecher und smarten Displays aktivieren sich immer mal wieder ungewollt, derzeit schneiden die Google-Assistant-Geräte hier schlechter ab als die Alexa-Konkurrenz. Bei Google Assistant gibt es keine Möglichkeit, Sprachbefehle auf Zuruf zu löschen.

Falls Alexa nicht gehorcht

Im Alexa-Verlauf kann der Nutzer in der entsprechenden App nachsehen, falls ein Sprachbefehl nicht das gewünschte Ergebnis bringt. Damit könnten mögliche Probleme erkannt werden. Diesen Vorgang macht Amazon bequemer nutzbar. Mit der Frage "Alexa, was hast du gehört?" bekommt der Nutzer die letzte Anfrage vorgelesen. Mit dem Zuruf "Alexa, warum hast du das getan?" soll es künftige eine kurze Erklärung dazu geben, weshalb ein Befehl so umgesetzt wurde. Damit will Amazon dem Kunden mehr Transparenz liefern.

Falls Alexa einen Befehl nicht wie erwartet durchführt, kann es immer wieder damit zusammenhängen, dass der Nutzer den Befehl nicht so gesprochen hat, wie es der digitale Assistent erwartet. Mit den neuen Nachfrageoptionen kann der Anwender sich angewöhnen, Anfragen anders zu formulieren. Auf der anderen Seite sind solche Rückfragen auch immer ein Indiz dafür, dass der digitale Assistent an dieser Stelle verbessert werden muss. Amazon machte keine Angaben dazu, ob solche Nachfragen gezielt von Menschen ausgewertet werden.

Flüsterbetrieb kommt nach Deutschland

Die deutsche Version von Alexa soll in Kürze auch den Flüstermodus erhalten, den Amazon bereits vor einem Jahr angekündigt, in Deutschland bisher aber nicht aktiviert hatte. Sobald jemand im Flüsterton mit Alexa spricht, kommen Antworten ebenfalls in Flüsterlautstärke. Das soll verhindern, dass andere Personen im Raum durch die Alexa-Nutzung gestört werden.

Als weitere Neuerung soll sich die Sprechgeschwindigkeit von Alexa anpassen lassen. Mit Befehlen wie "Alexa, sprich langsamer" oder "Alexa, sprich schneller" wird die Geschwindigkeit beim Sprechen angepasst. Neben der bisherigen Standardeinstellung soll es vier schnellere und zwei langsamere Sprechmodi geben. Wenn die Sprechgeschwindigkeit verändert wird, gilt das nicht nur für den aktuellen Befehl, sondern auch für folgende. Für die Rückkehr zum normalen Sprechtempo gibt es den Sprachbefehl "Alexa, sprich mit normaler Geschwindigkeit".

Amazon will alle genannten neuen Alexa-Funktionen in den kommenden Wochen für den deutschen Markt aktivieren.

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