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Digitale Verwaltung: Deutscher Staat gibt Milliarden für IT-Berater aus

Rund drei Milliarden Euro sind in IT-Projekte wie das Online-Bürgerportal oder die Modernisierung der Bundesnetze geflossen. "Das System ist pervertiert", sagte ein Experte.

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Die Betaversion des Bürgerportals
Die Betaversion des Bürgerportals (Bild: beta.bund.de)

Der deutsche Staat gibt jährlich rund drei Milliarden Euro für Unternehmensberater aus. Das schätzt Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Allein in den vergangenen sieben bis acht Jahren habe sich das Gesamtvolumen ungefähr verdoppelt, berichtet Der Spiegel. Die Zahl deckt sich mit den internen Schätzungen der großen Beraterfirmen.

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Wie viel Geld allein die Bundesregierung ausgibt, ist unbekannt. Ein verlässlicher offizieller Überblick fehle. Nach Spiegel-Recherchen lässt sich die Bundesregierung etwa bei ihren Digitalisierungsvorhaben umfassend von Beratungsfirmen unterstützen und gibt dafür immense Summen aus. Demnach fließen 47 Millionen Euro in das Vorhaben, bis zum Jahr 2022 über ein Bürgerportal insgesamt 575 Verwaltungsleistungen online anzubieten, an Consulting-Unternehmen.

Allein knapp 20 Millionen Euro erhält die McKinsey-Tochter Orphoz für Beratungsleistungen rund um das Onlinezugangsgesetz. Dieses verpflichtet Bund und Länder, bis spätestens 2022 "ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten".

Ein weiteres Vorhaben, in dem massiv externe Berater eingesetzt werden, ist die Modernisierung der Bundesnetze (IT-Konsolidierung Bund). Für dieses schlecht laufende Großprojekt flossen in den Jahren 2016 und 2017 laut Bundesinnenministerium bereits mehr als 36 Millionen Euro an Beratungsfirmen.

Public-Sector-Geschäft zieht Hasardeure an

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht den Einsatz von Beratern insgesamt kritisch, verteidigt aber ihre Rolle bei der Digitalisierung. Gerade in IT-Projekten sei der Einsatz von Externen oft sinnvoll, da es sich um zeitlich befristete Aufgaben in spezialisierten Bereichen handele, sagte Seehofer dem Spiegel.

Äußerst kritisch bewertet Markus Klimmer den Berater-Boom, er hat in Deutschland für McKinsey einst das Geschäft mit dem öffentlichen Sektor maßgeblich aufgebaut. "Die Verwaltung wurde kaputtgespart, die ministerielle Seele ist weg", sagte der Ex-McKinsey-Mann. Der Politik bleibe kaum noch eine andere Wahl, als sich auf Berater zu verlassen. "Das System ist pervertiert", sagte Klimmer. Das Public-Sector-Geschäft sei so groß geworden, dass es die Hasardeure anziehe.

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honk 28. Jan 2019

In den genannten Beispielen - kaputtsparen des Öffentlichen Dienst solange bis keine...

arknius 28. Jan 2019

Die meisten IT Berater neu öffentlichen Auftraggebern sind in Deutschland angestrellt und...

mynona252 28. Jan 2019

Bei zeitlich begrenzten Projekten, kann ich noch verstehen das man sich Hilfe von...

Genie 28. Jan 2019

Ich glaube, du solltest einfach generell weniger annehmen und glauben zu wissen. Was du...

uschatko 28. Jan 2019

Bis das nächste Skriptkid kommt und die Daten bei Twitter auftauchen. Es ist nicht nur...


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