Digitale Spickzettel: Schummeln mit Smartwatches

Wie einfach es ist, bei Klausuren mit Hilfe der Smartwatch Pebble zu schummeln, haben Softwareentwickler mit einer Studie bewiesen. Dafür entwickelten sie eine App, mit der die Studenten unbemerkt miteinander kommunizieren könnten.

Artikel veröffentlicht am , Lars Sobiraj
Smartwatches werden inzwischen zum Schummeln bei Prüfungen verwendet.
Smartwatches werden inzwischen zum Schummeln bei Prüfungen verwendet. (Bild: Alex Migicovsky)

Seit kurzem dürfen Prüflinge in der Arteveldehogeschool in Gent keine Armbanduhren mehr tragen. Denn an verschiedenen Hochschulen hat es Betrugsfälle mit Smartwatches gegeben. Sie wurden beispielsweise dafür benutzt, fehlendes Wissen durch einen Blick auf den digitalen Spickzettel heimlich auszugleichen - kein Einzelfall. Der Softwareentwickler Alex Migicovsky hat nun zusammen mit Zakir Durumeric, Jeff Ringenberg und J. Alex Halderman eine Studie erstellt, die belegt, wie einfach es ist, Aufsichtspersonen bei Prüfungen zu betrügen.

  • Durch manipulierte Pixel können Studenten Antworten während Prüfungen austauschen. (Bilder: Alex Migicovsky)
  • Die Schummelei lässt sich von Weitem nicht erkennen.
Durch manipulierte Pixel können Studenten Antworten während Prüfungen austauschen. (Bilder: Alex Migicovsky)

Heimliche Kommunikation über unvollständige Ziffern

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Mit der selbst erstellten App Contest für die Smartwatch Pebble wird demonstriert, wie sich Studenten in einer Gruppe gegenseitig bei Multiple-Choice-Tests helfen können. Dabei stimmen sich die Prüflinge unbemerkt über die korrekte Antwort auf besonders schwere Fragen ab. Um die Nummer der Frage und der korrekten Antwort anzuzeigen, wird im Display einfach ein Pixel an einem vorher festgelegten Ort umgekehrt dargestellt. Von weitem ist die Kommunikation der Cheater nicht erkennbar. Die Auswahl der Frage und der womöglich richtigen Antwort erfolgt dabei mit wenigen Knopfdrücken. Wahrscheinlich wird keinem Dozenten auffallen, dass die Ziffern des Datums oder der Uhrzeit unvollständig sind und diese Lücken der Kommunikation untereinander dienen. Die Smartwatch verbindet sich mit einem mitgeführten Smartphone mit dem Internet. Bei Contest wird die Kommunikation über Cloud-Anbieter realisiert.

Bei Prüfungen alle Gadgets verbieten

Alex Migicovsky rät dazu, in Prüfungssituationen grundsätzlich alle technischen Geräte zu verbieten, die sich für einen Betrug eignen könnten. Da die Technik immer kleiner und raffinierter ausfällt, wird eine Kontrolle schwer bis unmöglich. Migicovsky ist davon überzeugt, dass eine Abkehr von traditionellen Klausuren schon in naher Zukunft nötig sein wird.

Die Fallstudie wurde im Auftrag der Universität Michigan erstellt. Ursprünglich sollte sich die Ausarbeitung um sicherheitsrelevante Aspekte der tragbaren Geräte und die Wahrung des Datenschutzes drehen. Wie Migicovsky bei Freedom to Tinker ausführt, kann mit ihnen nicht nur das Web als Informationsquelle angezapft werden - sie haben weit mehr Potenzial.

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OmegaForce 09. Dez 2013

Und dann gehen alle zur Leibesvisitation und zu kontrollieren das sie wirklich keine...

OmegaForce 09. Dez 2013

Zu aller erst mal muss ich sagen das deine Eintellung super ist, seh ich ähnlich. Ich...

OmegaForce 09. Dez 2013

Ich würde es nicht auf fehlende bzw. kleinere Intelligenz schieben, meiner Meinung nach...

Samson 08. Dez 2013

Ich stimme dir voll und ganz zu. Einen (altmodischen) Spickzettel zu schreiben ist wohl...

ThiefMaster 06. Dez 2013

Selbst ohne schummeln zu wollen würde ich sowohl in der Schule als auch in der Uni...



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