Australien: QR-Codes in Restaurants in der Kritik
Die von vielen Restaurants und Cafés zur Einsicht der Speisekarte und teilweise auch für die Annahme von Bestellungen eingeführten QR-Codes scheinen mancherorts zunehmend auf Widerstand zu stoßen. Gerade in Australien wird inzwischen vermehrt gegen den vor allem während der Corona-Pandemie vorangetriebenen QR-Code-Trend protestiert, wie aus einem australischen Medienbericht(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt demnach zuletzt ein Australier, der ein Restaurant an der Sunshine Coast in Queensland aufgesucht hatte. Wie der Besucher unter dem Pseudonym Hirst auf Reddit erklärt(öffnet im neuen Fenster), wurde er, nachdem er sich nach der Speisekarte erkundigt hatte, an die Tür des Lokals verwiesen – dort hing wohl die einzige nicht-digitale Speisekarte, die das Restaurant noch hatte.
Digitale Bestellungen kosten extra
Alternativ sei die Karte laut Hirst nur über einen an den Tischen platzierten QR-Code abrufbar gewesen, mit Folgen für die dem Besucher entstehenden Kosten. Denn abgewickelt werde die Bestellung über eine Webapp namens Meandu, die jedoch zusätzliche Gebühren erhebe.
Letztendlich werde hier Technik an einer Stelle eingesetzt, an der sie eigentlich ein Problem lösen solle, im Endeffekt aber "alles nur noch schlimmer und unangenehmer" mache. "Wenn man heutzutage aus dem Haus geht, kostet das 50 Dollar", schrieb Hirst aus Verärgerung über die Kosten, die den Bürgern heutzutage an vielen Stellen entstehen.
Die Vor- und Nachteile sind vielfältig
Viele Reddit-Nutzer stimmten zu, dass der zunehmende Zwang, in Lokalen digital bestellen zu müssen, ein Problem sei. Ein Kritikpunkt ist beispielsweise die oftmals geforderte Eingabe persönlicher Daten(öffnet im neuen Fenster). Ein anderer Nutzer beschwerte sich darüber, dass über die Webapp abgegebenes Trinkgeld gar nicht beim örtlichen Personal ankomme(öffnet im neuen Fenster).
Es gibt jedoch auch einige Kommentare auf Reddit, in denen die Vorzüge der QR-Codes sowie der darüber aufgerufenen Webapp hervorgehoben werden. Die digitale Bestellabwicklung sei oftmals einfacher und schneller, erklärt einer der Kommentatoren(öffnet im neuen Fenster). "Ich mag die QR-Bestellung eigentlich, weil ich keine Menschen mag, aber die Aufschläge und das Trinkgeld können einen umhauen", kommentierte ein anderer Reddit-Nutzer(öffnet im neuen Fenster).
Restaurantbetreiber profitieren
Für Restaurantbetreiber bietet die digitale Abwicklung gewiss einige Vorzüge. Bestellungen und die Bezahlung nicht persönlich abzuwickeln, spart dem Personal Zeit – und dem Betreiber Kosten. Darüber hinaus sind auch die Bestellinformationen üblicherweise präziser, da die Besucher ihre Wünsche selbst direkt in das System eingeben und akustische Hürden bei der Bestellaufnahme durch einen Kellner entfallen. Damit sinkt die Fehlerrate, was letztendlich Zeitaufwand und Abfallmengen verringert.
Das Scannen von QR-Codes ist an Orten, wo sich viele Personen aufhalten, aber auch häufig mit Sicherheitsrisiken verbunden. Das FBI warnte schon Anfang 2022(öffnet im neuen Fenster) vor einem möglichen Missbrauch. "Wenn Sie einen physischen QR-Code scannen, vergewissern Sie sich, dass der Code nicht manipuliert wurde, z. B. durch einen Aufkleber, der über den Originalcode geklebt wurde", so die US-amerikanische Behörde.
Gefälschte QR-Codes werden oftmals für Phishing oder die Verbreitung von Malware eingesetzt. Restaurantbetreiber sind daher gut beraten, für Besucher, die die Nachteile und Risiken einer digitalen Bestellung nicht eingehen wollen, noch ein paar physische Speisekarten bereitzuhalten.
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