Die Rechnung mit dem 'Kill Switch'
Die Auflage des BSI, dass diese europäische AWS-Instanz von Personal aus Europa betrieben werden muss, macht deutlich, wie weit das Misstrauen gegenüber den US-Behörden bereits gediehen ist. Es soll nämlich nicht nur verhindert werden, "dass Nutzerdaten aus dem EU-Raum abfließen" , sondern die Auflagen dienen auch dazu, "auszuschließen, dass eine externe Steuerung oder auch Abschaltung der Instanz vorgenommen werden kann" . Bemerkenswerterweise verwendet das BSI in diesem Zusammenhang den Begriff "Kill Switch" .
Zur Umsetzung dieser Sicherungsmaßnahmen und "um Open-Source-Produkte zu stärken und strategisch weiterzuentwickeln" , wurde im BSI ein Open Source Program Office (OSPO) gegründet(öffnet im neuen Fenster) , auch "um bestehende Defizite bei der Verwendung von Open Source zu beheben" . Schließlich handle es sich dabei "nicht nur um kostenlos nutzbare Software, sondern um Produkte, mit deren Nutzung auch Verantwortlichkeiten einhergehen, etwa mit Blick auf den Produkt-Lebenszyklus" .
Brüssel wird die Botschaft hören
Diese Aussage des BSI ist annähernd deckungsgleich mit den Forderungen, die sich quer durch die Stellungnahmen der beteiligten Firmen und Institutionen(öffnet im neuen Fenster) ziehen. Für erfolgreiche Arbeit und Nachhaltigkeit der Produkte von Open-Source-Entwicklergruppen braucht es sowohl finanzielle als auch organisatorische Unterstützung. Viel klarer könnte die Botschaft an die EU-Kommission nicht formuliert sein, und es ist anzunehmen, dass sie in Brüssel nicht nur gehört, sondern als Auftrag angenommen wird.
Annähernd zeitgleich zum Finale der EU-Konsultation ging die zweite Serie des Digital Independence Day(öffnet im neuen Fenster) in Deutschland über die Bühne. Diese vom Chaos Computer Club angestoßene Initiative, bei der versierte User die weniger versierten beim Umstieg auf freie Software unterstützen, ist dabei, alle Erwartungen zu übertreffen. Inzwischen sind um die 200 Organisationen daran beteiligt, wegen der große Nachfrage finden die DI-Day-Veranstaltungen nicht mehr nur am ersten Sonntag, sondern über den ganzen Monat statt.
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