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Die Doppelstrategie des BSI

Auch im Bereich Cloud-Computing scheint die Zeit vorbei, in der die Daten deutscher Behörden einfach en bloc entweder in die AWS-Cloud von Amazon oder in Microsofts Azure geschoben wurden. Um hier nicht von den Innovationen abgehängt zu werden, zugleich aber mehr Souveränität zu erreichen, solle "erstens der europäische Markt und die hiesige Digitalindustrie gestärkt werden. Außereuropäische Produkte müssen wiederum so angepasst und eingebettet werden, dass eine sichere Nutzung möglich wird" , heißt es dazu aus dem BSI.

Priorität hat für das BSI dabei die Möglichkeit, Cloudanbieter schnell und einfach wechseln zu können. Das soll durch einheitliche Sicherheits- und Interoperabilitätsstandards gelingen. "Das BSI unterhält daher Kooperationsvereinbarungen sowohl mit europäischen als auch mit außereuropäischen Anbietern" . Diese Kooperations-Agreements betreffen die Rahmenbedingungen, Vergabe- oder Implementierungsentscheidungen sind das nicht, wie das BSI in seinem Schreiben betont.

Ionos und Schwarz Digits

Das BSI kooperiert bereits mit der deutschen Ionos , einem der größten europäischen Cloudbetreiber. Unter anderem "unterstützt Ionos die Bundesverwaltung beim Aufbau einer Private-Enterprise-Cloud-Umgebung" .

Mit Ionos arbeitet das BSI auch dabei zusammen, "um kritische Daten der öffentlichen Verwaltung schon heute so zu schützen, dass sie auch gegenüber künftigen Entschlüsselungstechnologien resilient bleiben" . Es geht bei dieser Kooperation mit Ionos also um sogenannte quantum-secure encryption. Von diesem Unternehmen aus Rheinland-Pfalz stammt auch die Nextcloud-Lösung, die beim Umstieg österreichischer Ministerien auf Open-Source-Lösungen eine zentrale Rolle spielt.

Des Weiteren stehen das BSI und Schwarz Digits, ein Cloud-Provider aus Baden-Württemberg, kurz vor dem Abschluss einer strategischen Kooperationsvereinbarung(öffnet im neuen Fenster) . Genaueres dazu werde im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz bekanntgegeben, so das BSI. Nicht wirklich überraschend ist das Ziel dieser Kooperation "die gemeinsame Entwicklung souveräner Cloudlösungen für den Einsatz in der Bundesverwaltung" .


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