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Digitale Souveränität: Wero nutzt zum Teil Amazon-Server

Durch die Verbindungen zu Diensten von AWS ist der europäische Bezahldienst nicht vor dem Zugriff durch US-Behörden sicher.
/ Mike Faust
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Beim Bezahldienst Wero sollen keine Transaktionsdaten ins außereuropäische Ausland abfließen. (Bild: Wero)
Beim Bezahldienst Wero sollen keine Transaktionsdaten ins außereuropäische Ausland abfließen. Bild: Wero

Der als europäische Alternative zu Diensten wie Paypal vermarktete Bezahldienst Wero nutzt Dienste des US-Unternehmens Amazon Web Services (AWS). Wie Netzpolitik.org berichtet(öffnet im neuen Fenster), räumte der Anbieter European Payment Initiative (EPI) nach einer Anfrage ein, dass man bei Wero auf eine Kombination aus europäischen und internationalen Technologieanbietern zurückgreife. Dazu gehören auch Infrastruktur- und Softwareservices von AWS.

EPI betont laut netzpolitik.org aber, dass man die volle Kontrolle über die Architektur, das Sicherheitsmodell und den Betrieb von Wero habe. Zudem würden auch mehrstufige Sicherheitsmaßnahmen angewendet, zu denen auch die Verschlüsselung von Daten während der Übertragung und im Ruhezustand gehören, heißt es weiter.

Aus rechtlicher Sicht könnten US-Behörden aber dennoch Zugriff auf Daten von Wero erhalten, schreibt Netzpolitik.org. Selbst wenn die Daten in der AWS European Souvereign Cloud liegen würden, die Amazon Anfang des Jahres 2026 einführte, um die Souveränitätsbestreben seiner Kunden zu bedienen, könnte die US-Regierung darauf zugreifen.

Zugriffsbefugnisse der US-Behörden sind sehr umfassend

Mit dem US-amerikanischen Cloud Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act) wurde bereits im Jahr 2018 ein Gesetz erlassen, das US-Tech-Anbieter unter bestimmten Bedingungen dazu verpflichtet, Daten an US-Behörden weiterzugeben. Dies gilt auch für Daten, die außerhalb der USA gespeichert werden.

Ein vom Bundesinnenministerium (BMI) in Auftrag gegebenes Gutachten kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Zugriffsbefugnisse von US-Behörden auf in Europa gesicherte Daten umfassender sind, als zuvor angenommen.

Im Falle von Wero könnten US-Behörden durch die Verbindung der App zu AWS also durchaus Zugriff auf Transaktionsdaten europäischer Kunden erhalten, womit das Versprechen der digitalen Unabhängigkeit nicht eingelöst wird.


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