Digitale Souveränität: Schweizer Regierung will weg von Microsoft
Die bisherige Abhängigkeit von Microsoft soll ein Ende haben: Die Schweizer Regierung hat in einer Machbarkeitsstudie geprüft, ob eine Abkehr von Microsoft-Software prinzipiell machbar ist. Das Ergebnis war positiv und ein umfangreicherer Testlauf soll weitere Erkenntnisse liefern.
An der Studie nahmen 172 Personen teil. In einem nächsten Schritt sollen 3.000 Mitarbeiter an einem Testlauf mitmachen. Diese Personen sollen bewusst aus verschiedenen Bereichen und der Bundeskanzlei kommen und dabei in besonders kritischen Geschäftsprozessen tätig sind.
Eine alternative Software-Plattform soll ab Ende 2027 bereitstehen. Bei all diesen Schritten ist die Schweizer Regierung nach eigenen Angaben im engen Austausch mit dem deutschen Bundesland Schleswig-Holstein, das bereits seit Ende 2025 zu fast 80 Prozent auf Open-Source-Lösungen setzt und zum Großteil auf Microsoft-Produkte verzichtet.
Diese Herausforderungen sieht die Schweizer Regierung
"Eine große Herausforderung stellen dabei die zahlreichen Applikationen und Fachanwendungen dar, die eng mit der Microsoft-Architektur verbunden sind", heißt es vom Bundesrat(öffnet im neuen Fenster). Demnach sind umfangreiche Anpassungen, Sicherheits- und Plattformabklärungen erforderlich. Zudem müssten Mitarbeiter im Umgang mit anderer Software geschult werden.
Bisher lässt sich nicht absehen, ob der Arbeitsplatz der Bundesverwaltung zu einem späteren Zeitpunkt vollständig auf eine souveräne Lösung setzen wird. Zunächst ist geplant, eine alternative Software-Lösung parallel zu Microsoft 365 zu betreiben. Typische Office-Funktionen sollen mit anderen Produkten realisiert werden.
Dazu zählen E-Mails, Terminverwaltung, Dokumenten-Management, das Anlegen von Präsentationen, Telefonie sowie Audio- und Videokonferenzen. Im Gespräch mit dem TV-Sender SRF erklärte der für die Umsetzung zuständige Delegierte, Daniel Markwalder, dass noch nicht entschieden sei, wie stark die geplante Abkehr von Microsoft ausfallen werde.
"Wir wollen am Ende des Tests eine realistische Einschätzung haben, ob ein vollständiger Ersatz möglich ist. Das primäre Ziel ist es, eine echte Ausweichlösung zu schaffen und damit unsere Abhängigkeit zu reduzieren", beschreibt er das Ziel des Projekts.
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