Digitale Souveränität: Schweizer IT-Experten der Armee verlassen Microsoft
Das Kommando Cyber der Schweizer Armee vollzieht eine strategische Abkehr von Microsoft, um seine digitale Souveränität zu sichern. Wie das Onlinemagazin Republik berichtet(öffnet im neuen Fenster), soll zukünftig Open-Source-Software (OSS) eingesetzt werden, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologiekonzernen zu reduzieren.
Auslöser für das Vorhaben waren Sicherheitsbedenken, dass es aufgrund politischer Risiken und der zunehmenden Verlagerung von Daten in die Cloud zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten an ausländische Nachrichtendienste kommen könne, heißt es weiter.
Beim Einsatz von OSS-Lösungen will das Kommando Cyber nicht nur Konsument sein, sondern sich auch aktiv an der Entwicklung von Lösungen beteiligen. Das Schweizer Parlament hat bereits im Dezember 2025 zehn Millionen Schweizer Franken (etwa 10,8 Millionen Euro) bereitgestellt, damit die Armee an europäischen Open-Source-Alternativen mitarbeiten kann.
Opendesk für alle Angestellten-Arbeitsplätze
Bis zum Oktober 2026 sollen alle Angestellten-Arbeitsplätze des Kommandos mit Opendesk ausgestattet sein. Das Softwarepaket wurde vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität als alternative Kollaborationssoftware zu Microsoft entwickelt.
Die Neuausrichtung stützt sich auf das seit Anfang 2024 geltende Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben. Dieses schreibt vor, dass der Quellcode von Software für die Schweizer Regierung grundsätzlich offengelegt werden muss, um Transparenz zu schaffen und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden.
Mehrere Länder in Europa haben bereits beschlossen, sich von US-amerikanischen Softwareanbietern unabhängig machen zu wollen. Auch in Deutschland laufen verschiedene Vorhaben, um etwa Opendesk kostenfrei für Bildungseinrichtungen bereitzustellen oder bei der Bundeswehr einzusetzen.
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