Digitale Souveränität: Opendesk laut Studie kein vollwertiger Ersatz für M365
Die Abteilung Organisation und Informatik der Stadt Zürich hat in einer Studie(öffnet im neuen Fenster) untersuchen lassen, ob die Open-Source-Office-Suite Opendesk als Alternative zu Microsoft 365 für die Züricher Stadtverwaltung geeignet ist. Die Studienautoren stellten dabei fest, dass Opendesk zwar viele standardmäßige Büroanforderungen abdeckt, aber aktuell kein vollwertiger Ersatz für das umfassende Service-Paket von Microsoft ist.
Zwar erfülle Opendesk in der Browserversion die Basisanforderungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail-Verarbeitung, Chats und Videokonferenzen, es fehle aber zum Beispiel an nativen mobilen Apps für Android und iOS. Hier müsse die Nutzung im Browser oder über Drittanbieter-Apps erfolgen, heißt es weiter.
Komplexe Funktionen wie tiefgreifende Excel-Makros oder Fachanwendungsintegrationen würden zudem erheblichen Entwicklungsaufwand erfordern und die Suche nach Dateien sei im Vergleich zu M365 eingeschränkt, heißt es weiter. So gebe es beispielsweise keine Volltextsuche im Web-Client.
Kosten im Vergleich zu Microsoft um 50 Prozent höher
Die Studienautoren schätzen zudem, dass Onlinelizenzen von Opendesk um 50 Prozent teurer wären als vergleichbare Microsoft-Lizenzen. Hinzu kämen hohe Einmalkosten für den Aufbau der Infrastruktur, die Datenmigration und Schulungen.
Darüber hinaus wurde ein hochautomatisierter Betrieb für 36.000 Angestellte, wie ihn die Stadt Zürich benötigt, mit Opendesk noch nicht erprobt und zentrale Sicherheitsfunktionen müssten durch separate Lösungen ersetzt werden. Als Chance erkennt die Studie an, dass bei Opendesk mehr Einfluss auf die Entwicklung der Software genommen, der Datenschutz gestärkt und die Abhängigkeiten reduziert werden könnten.
Die Studie empfiehlt, Tests mit Opendesk unter realen Bedingungen mit Angestellten der Stadtverwaltung durchzuführen, um die Akzeptanz der User, Migrationsszenarien und den Automatisierungsgrad im laufenden Betrieb zu prüfen. Zudem sollte die Stadt Zürich mit internationalen Behörden zusammenarbeiten, um Synergien bei der Weiterentwicklung von Open-Source-Lösungen zu erschließen. Explizit genannt wird dabei Schleswig-Holstein, wo die Umstellung auf freie Software seit dem Jahr 2023 vorangetrieben wird.
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