Digitale Souveränität: Französischer Cloudanbieter OVH drängt auf deutschen Markt
Der französische Cloudanbieter OVH drängt verstärkt in das Geschäft mit deutschen Behörden und kann dabei Erfolge für sich verbuchen, so etwa die Direktvergabe eines Auftrags durch das Auswärtige Amt im Frühjahr 2026.
Wie das Handelsblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster), verzichtete das Auswärtige Amt dabei auf eine Ausschreibung und beauftragte OVH direkt, weil das Unternehmen als einziger Anbieter alle Bedingungen komplett erfüllte. Zu diesen gehören etwa ein Hauptsitz in der EU sowie eigene Rechenzentren in Regionen wie Nordamerika und Asien.
Um seine Präsenz auf dem deutschen Markt weiter auszubauen, will OVH bis zum Jahr 2027 drei neue Rechenzentren in Berlin eröffnen. Zeitgleich baut die neue Deutschland-Chefin Helen Wohlfahrt den Vertrieb für Kunden aus Behörden, Ministerien und anderen Organisationen des öffentlichen Sektors aus.
Deutsche Wettbewerber nicht untätig
Im Wettbewerb um Behördenaufträge trifft OVH auch auf deutsche Anbieter, wie etwa Ionos, das eine private Cloud für circa 200 Bundesbehörden aufbaut. Die IT-Sparte von Lidl, Schwarz Digits, gewann ebenfalls bereits mehrere Ausschreibungen im öffentlichen Sektor.
Die Telekom bewirbt ihr neues Rechenzentrum in München als souveräne Alternative für KI-Anwendungen und das Tochterunternehmen T-Systems erhielt bereits den Zuschlag für den Aufbau einer KI-Cloud im Rahmen des Deutschland-Stacks.
Angesichts geopolitischer Spannungen streben immer mehr Regierungen und Unternehmen digitale und technologische Unabhängigkeit an. Kunden wollen immer schneller von US-Hyperscalern zu lokalen Anbietern migrieren, um ihre schützenswerten Informationen innerhalb Europas verarbeiten zu können.
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