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Digitale Souveränität: Frankreich löst sich von Zoom und MS Teams

Um von Software aus Drittstaaten unabhängig zu werden, führt Frankreich die heimische Videokonferenzplattform Visio für alle Behörden ein.
/ Mike Faust
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Die Videokonferenzlösung Visio wird zunächst für 200.000 Nutzer eingerichtet. (Bild: Reuters)
Die Videokonferenzlösung Visio wird zunächst für 200.000 Nutzer eingerichtet. Bild: Reuters

Frankreich verfügt die Einführung der Videokonferenzplattform Visio für alle Behörden bis zum Jahr 2027. Laut einer Mitteilung der französischen Regierung(öffnet im neuen Fenster) ist dieser Schritt ein Teil der Strategie, sich von außereuropäischen Softwareanbietern unabhängig zu machen.

Viele Verwaltungen setzten verschieden Tools für Videokonferenzen ein, was die Datensicherheit schwäche, zu strategischen Abhängigkeiten von externen Infrastrukturen führe und finanzielle Mehrkosten verursache, heißt es weiter. Zudem werde die Zusammenarbeit zwischen den Behörden erschwert.

Um diesen Problemen zu begegnen, wurde Visio bereits vor einem Jahr in experimenteller Form eingeführt und habe bislang 40.000 regelmäßige Anwender. Mit der nun erlassenen Verfügung wird die Software bei 200.000 weiteren Nutzern eingeführt, die beim Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung, der gesetzlichen Krankenversicherung, der Generaldirektion für öffentliche Finanzen und dem Verteidigungsministerium arbeiten.

Hoster und KI-Funktionen ebenfalls aus Frankreich

Visio wurde in Zusammenarbeit mit der französischen Behörde für Cybersicherheit eingeführt und soll auf die vertrauliche Kommunikation zwischen Beamten zugeschnitten sein. Gehostet wird die Software bei Outscale, einem Tochterunternehmen des französischen Softwareentwicklers Dassault Systèmes.

Die in Visio enthaltene Transkriptionsfunktion wird von einer KI unterstützt, die vom französischen Start-up Pyannote entwickelt wurde. Bis zum Sommer 2026 sollen auch Echtzeituntertitel verfügbar sein, deren Technologie vom KI-Labor Kyutai entwickelt wird.

Mit der Einführung von Visio stärke man nicht nur die digitale Unabhängigkeit , sondern könne auch bei den Ausgaben für Softwarelizenzen sparen, heißt es weiter. Pro 100.000 Nutzer, die lizenzpflichtige Lösungen verlassen, werden geschätzte Einsparungen in Höhe von einer Million Euro pro Jahr angegeben.

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