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Digitale Souveränität: Forderung nach kostenlosem Opendesk für Universitäten

Microsoft 365 lässt sich im Studium kostenlos nutzen. Damit sei der Weg in die digitale Abhängigkeit vorgezeichnet, warnt die Gesellschaft für Informatik.
/ Mario Petzold
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Digitalminister Wildberger soll sich für eine breitere Nutzung von Opendesk einsetzen. Das fordert die Gesellschaft für Informatik. (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
Digitalminister Wildberger soll sich für eine breitere Nutzung von Opendesk einsetzen. Das fordert die Gesellschaft für Informatik. Bild: Getty Images/Sean Gallup

In einem offenen Brief, der Golem vorab vorlag, fordern die Arbeitskreissprecher der Gesellschaft für Informatik e. V. den Bundesminister für Digitales Karsten Wildberger auf, der Subventionierung von Software durch Microsoft an Universitäten eine eigene Lösung entgegenzusetzen.

Sie kritisieren, dass eine durchschnittliche Universität jährlich einen siebenstelligen Betrag für die Nutzung von Opendesk aufbringen müsste, während Microsoft mittlerweile seit Jahrzehnten kostenlose Lizenzen für Lehreinrichtungen anbiete. Ein Wechsel sei damit im Grunde ausgeschlossen.

Frühe Gewöhnung an das Ökosystem

Gleichzeitig gelinge es dem US-Konzern durch diese Strategie, eine Bindung zu den eigenen Produkten herzustellen, die später in Unternehmen und Behörden von den ehemaligen Studenten weiter genutzt würden. Der Umgang mit Software von Microsoft würde damit als selbstverständlich angenommen.

Gleichzeitig stiegen die Lizenzgebühren, die allein vom Bund an Microsoft gezahlt werden, stark an. 2025 lagen sie bei 480 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Lizenzgebühren von Opendesk für alle deutschen Universitäten lägen bei ungefähr 130 Millionen Euro, sofern für alle Studenten jeweils die üblichen Lizenzgebühren von 45 Euro gezahlt würden.

Eigenes Produkt wird beschädigt

Der Brief verweist außerdem auf den Widerspruch, dass ein subventioniertes Produkt eines US-amerikanischen Technologiekonzerns eine im Auftrag des Bundes entwickelte Software verdrängt. So unterliegen die Daten, die von Microsoft verarbeitet werden, laut US-Gesetzgebung dem Cloud Act(öffnet im neuen Fenster) und müssen auf Verlangen freigegeben werden. Das geschlossene Ökosystem sorgt darüber hinaus für Lock-in-Effekte.

Mit Opendesk dagegen könnte ein wichtiger Schritt zur digitalen Souveränität gemacht werden, der durch die hohe finanzielle Hürde aktuell kaum realistisch erscheint.


Hinweis in eigener Sache

Golem organisiert eine neue Konferenz zu IT-Souveränität! Die Rack & Stack(öffnet im neuen Fenster) findet im April statt – zu den Tickets(öffnet im neuen Fenster) .


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