Digitale Souveränität: EU-Mitarbeiter kritisieren Teams-Backup Element Pro
Die EU-Kommission nutzt weiterhin Microsoft Teams. Zusätzlich hat sie mit Element Pro ein "souveränes Backup" eingeführt. Wie Politico berichtet(öffnet im neuen Fenster), kommt die Software bei einigen Mitarbeitern allerdings alles andere als gut an.
Bei Element Pro handelt es sich um eine Kollaborationssoftware für Regierungen und öffentliche Einrichtungen. Sie stammt von der gleichnamigen Firma aus London. Die Kommission setzt Element Pro bisher allerdings nur als internes Backup ein und probiert es derzeit aus.
Auf einem internen Forum der Kommission äußerten sich mehrere Mitarbeiter allerdings kritisch. Einer schrieb, er verstehe den Mehrwert nicht. Ein anderer nannte Element Pro "absoluten Mist". Ein dritter Mitarbeiter sprach von einem hypothetischen Tech-Krieg. Sei Element Pro ein Maßstab, würden die USA ihn "sofort gewinnen", wenn Amerika seine Technik abschalte.
Eigene Infrastruktur als Argument
Ein vierter Mitarbeiter verteidigte Element Pro immerhin in einem Punkt. Die Software laufe auf der eigenen Infrastruktur der Kommission. Bei Teams gebe es dagegen nur die Zusage von Microsoft, keinen Einblick in die Daten zu nehmen. Ferner bekannte sich die Kommission laut Politico in einem Memo an ihre Belegschaft im Juli 2026 zur "digitalen Souveränität".
Element-Chef Matthew Hodgson räumte gegenüber Politico gewisse Anfangsschwierigkeiten ein. Beim Wechsel einer Software gebe es zudem "kognitive Dissonanz". Veränderungen seien immer schmerzhaft, vor allem bei einem so verbreiteten Programm wie Teams. Als Referenz nannte Hodgson die Vereinten Nationen und die Nato, die Element Pro ebenfalls nutzten.
Auch andere Behörden suchen Alternativen
Ähnliche Vorhaben gibt es laut Politico auch anderswo. Frankreichs Regierung will bis 2027 zu einem heimischen Konkurrenten von Teams und Zoom wechseln. Und das österreichische Militär nutzt Libreoffice. Die Kommission selbst nahm im September 2025 Zusagen von Microsoft an(öffnet im neuen Fenster), die ein Kartellverfahren zu Teams beendeten. Darin sagte Microsoft unter anderem zu, Office-Pakete ohne Teams zu niedrigeren Preisen anzubieten. Laut Kommission gelten die Zusagen sieben Jahre, jene zu Interoperabilität und Datenportabilität zehn Jahre.
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