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Digitale Souveränität: Bundestags-Kommission prüft Alternativen zu Microsoft

Die starke Verzahnung von Cloud- und Arbeitsprogrammen von Microsoft gilt als größte Herausforderung bei der Suche nach Alternativen.
/ Mike Faust
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Der Bundestag will sich aus der Abhängigkeit von Microsoft lösen. (Bild: DBT/Zumbansen)
Der Bundestag will sich aus der Abhängigkeit von Microsoft lösen. Bild: DBT/Zumbansen

Im Bundestag wurde eine Kommission eingerichtet, die sichere Alternativen zu Software von US-Techkonzernen finden sowie europäische Software und Cloudlösungen prüfen soll. Wie die Webseite für Fachinformationen Table Briefings berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wird die Kommission von Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz geleitet.

Ein eigenständiges digitales Ökosystem sei für den Bundestag von zentraler Bedeutung, sagte Lindholz zu Table Media und ergänzt, dass nur diese die Hoheit und die Kontrolle über parlamentarische Prozesse und Daten gewährleisten könne. Software von Microsoft könnte dabei perspektivisch immer weniger eingesetzt werden, heißt es weiter.

Die Bundesverwaltung stellt derzeit standardmäßig Microsoft 365 für mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Parlament und den Wahlkreisbüros bereit. Hinzu kommt mit der von Dataport entwickelten Phoenix-Suite eine Open-Source-Alternative.

Delos-Cloud wird nur als Übergangslösung angesehen

Als große Hürden für die Anwendung europäischer Softwareprodukte gelten die Bedienbarkeit und die enge Verzahnung der Microsoft-Produkte untereinander. Hier fehle es an einer vergleichbaren europäischen Lösung.

Die von Delos entwickelte Cloudplattform, bei der sich Microsoft-Dienste in eine in Deutschland betriebene Cloudplattform integrieren lassen, wird nur als Übergangslösung angesehen. Sie könne aber dabei helfen, kurzfristig mehr Kontrolle zu gewinnen und die Arbeitsfähigkeit des Parlaments zu sichern, heißt es bei Table Media.

Bis zum Mai 2026 will die Kommission ihre Digitalstrategie vorstellen. Als erster Schritt soll der vom BSI zertifizierte Messenger Wire als Kommunikationsmittel im Bundestag eingeführt werden. Lindholz sagte dazu, der Bundestag solle ein Vorbild für digitale Souveränität werden.

Europäische Länder streben nach mehr digitaler Souveränität, um der marktbeherrschenden Stellung großer Digitalkonzerne aus den USA und der damit verbundenen Abhängigkeit zu entgehen. In der vergangenen Woche gab Frankreich bekannt, dass es Zoom und Microsoft Teams durch eine heimische Videokonferenzplattform ablösen wird.

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