Digitale Souveränität: Bund zahlt 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen
Die Bundesverwaltung hat im vergangenen Jahr 481,4 Millionen Euro für Software-Lizenzen an Microsoft gezahlt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervor, die Golem vorliegt. Zuerst hatte die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet.
Das ist ein deutlicher Anstieg nach 274 Millionen Euro im Jahr 2023 und 347,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Landes- und Kommunalebene lägen der Bundesregierung aufgrund der föderal verteilten Zuständigkeit für Beschaffungen in diesem Bereich keine konkreten Zahlen vor, hieß es in der Antwort.
Die Ursachen für die gestiegenen Ausgaben können in Preiserhöhungen oder im Erwerb von mehr Lizenzen von dem US-Konzern liegen. Microsoft hat sein Geschäftsmodell von Einmalkäufen auf Abomodelle (SaaS) umgestellt. Das führt zu einer automatischen Kostensteigerung. Die Bundesverwaltung umfasst alle Behörden, Einrichtungen und Beschäftigte, die Aufgaben des Bundes ausführen.
Echte Stärkung von Open Source
Lenhards erklärte: "Die vorgelegten Zahlen machen deutlich, wie sehr sich der Staat weiter in bestehende Softwareabhängigkeiten hineinfinanziert. Das darf in dieser geopolitischen Lage nicht so weitergehen." Erforderlich sei ein klarer Kurswechsel hin zu mehr Kostentransparenz, einer strategischen IT-Beschaffung und einer echten Stärkung von Open Source und europäischen Anbietern, sagte Lenhard.
Die Gesamtausgaben des Bundes für Software und IT-Dienstleistungen überstiegen 2024 erstmals 1,2 Milliarden Euro. Microsoft ist dabei der größte Einzelprofiteur. In Bayern ist die Abhängigkeit von Microsoft besonders tief verwurzelt.



