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Digitale Souveränität: 99 Prozent wollen Unabhängigkeit - aber wechseln nicht

Fast alle Deutschen halten digitale Unabhängigkeit für wichtig. Europäische Anbieter nutzen trotzdem die wenigsten.
/ Andreas Donath
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Die Verbraucher wollen wechseln, sind aber teils zu bequem. (Bild: Pexels)
Die Verbraucher wollen wechseln, sind aber teils zu bequem. Bild: Pexels

99 Prozent der Menschen in Deutschland halten es für wichtig, dass das Land bei digitalen Technologien unabhängiger wird. Das ergab eine aktuelle Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom(öffnet im neuen Fenster) unter 1.004 Personen ab 16 Jahren. Dass zwischen diesem Wunsch und dem tatsächlichen Verhalten ein erheblicher Graben klafft, zeigt dieselbe Umfrage.

Bewusstsein wächst, Handeln hinkt hinterher

93 Prozent sehen Deutschland als digital abhängig, 79 Prozent fordern mehr staatliche Investitionen in Schlüsseltechnologien. Nur ein Drittel der Befragten entschied sich nach eigenen Angaben bereits bewusst für ein europäisches Produkt oder einen europäischen Dienst. Weitere 27 Prozent denken zumindest darüber nach. 34 Prozent beschäftigten sich mit der Frage bisher noch gar nicht.

87 Prozent sehen auch die Bevölkerung in der Pflicht, 62 Prozent würden kurzfristige Nachteile akzeptieren, wenn das Land dadurch unabhängiger würde. Doch 55 Prozent bezeichnen den Wechsel zu europäischen Anbietern als zu aufwendig. Es handelt sich also nicht um einen Prinzipienstreit, sondern um ein Bequemlichkeitsproblem.

Europäische Angebote spielen eine Nebenrolle

Die Nutzungszahlen sind ernüchternd. 14 Prozent greifen auf europäische soziale Netzwerke zurück, 13 Prozent nutzen eine europäische Suchmaschine oder einen europäischen Browser, 11 Prozent einen europäischen Messenger. Bei KI-Anwendungen aus Europa liegt der Anteil bei 6 Prozent. Die Zahlen basieren auf Selbstauskunft – viele Nutzer dürften die Herkunft ihrer Apps schlicht nicht kennen.

Was folgt daraus? – Der Wille ist da, die Infrastruktur noch nicht

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst mahnt, digitale Souveränität sei kein Soloprojekt. Es brauche internationale Kooperationen, mehr Investitionen, weniger Regulierung und eine öffentliche Beschaffung, die auch Start-ups eine Chance lassen.


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