Digitale Signalübertragung: VDV möchte mehr Geld für ETCS-Eisenbahn-Umrüstungen

Das Fahren von Zügen auf Strecken ohne sichtbare Signale wird von der Bundesregierung gefördert. Dem Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) reicht das Geld für die ETCS-Ausrüstung aber nicht, er möchte eine Aufstockung, da die Kosten enorm hoch sind.

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Kontrollarbeiten bei einer ETCS-Aufrüstung in Belgien
Kontrollarbeiten bei einer ETCS-Aufrüstung in Belgien (Bild: Bruno Fahy/AFP/Getty Images)

Der VDV sieht einen erhöhten Fördermittelbedarf für ETCS-Umrüstungen, wie per Politikbrief bekanntgegeben wurde. Dem Brief zufolge stehen für 2020 rund 207 Millionen Euro für Umrüstungsvorhaben im Schienenverkehr bereit. ETCS, kurz für European Train Control System, vereinheitlicht die Signalisierung und verzichtet in höheren Leveln auf sichtbare Form von Signalen. 207 Millionen Euro sind allerdings nicht besonders viel Geld. Schon die Umrüstung eines einzelnen Triebwagens oder einer Lok kostet rund 400.000 Euro. Der VDV beruft sich dabei auf eine Studie von McKinsey.

Inhalt:
  1. Digitale Signalübertragung: VDV möchte mehr Geld für ETCS-Eisenbahn-Umrüstungen
  2. 10.000 Loks und Triebwagen müssen umgerüstet werden

Die Vorteile der Umrüstung wären groß. So ein Zug sollte in der Theorie leichter grenzüberschreitend einsetzbar sein. ETCS ist nicht nur ein Signalisierungssystem, sondern auch ein Zugsicherungssystem, sorgt also auch dafür, dass die Signalbilder korrekt eingehalten werden. Wenn das nicht gemacht wird, gibt es für Lok- oder Triebfahrzeugführer einen Alarm oder schlimmstenfalls eine unangenehme Zwangsbremsung. Auf klassischen Strecken gibt es hingegen Signalsysteme, die aber nicht notwendigerweise immer das selbe Zugsicherungssystem nutzen müssen.

In Deutschland gibt es davon mehrere unterschiedliche Systeme, mitunter regionsabhängig. ETCS ist eher etwas für Neubaustrecken. Eine der bekanntesten dürfte die neue Schnellfahrstrecke des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8 sein. Ein Klassiker sind die Formsignale, erkennbar an den weißen Kellen mit roter Umrandung (Hauptsignal). Weit verbreitet sind die Kombinationssignale, die zur Vereinheitlichung der Lichtsignalsysteme von Ost- und Westdeutschland geschaffen wurden. Natürlich sind auch noch die alten Lichtsignale verbreitet und Sonderformen für Verkehrssysteme sind ebenfalls in Deutschland zu finden.

Bei der Zugsicherung sieht es ähnlich aus, auch hier sind verschiedene Verfahren mit verschiedenen Signalkombinationen vorhanden. Diese Komplexität sorgt dafür, dass es Mehrsystem-Lokomotiven gibt. Der Platz auf oder unter einer Lok ist jedoch begrenzt. Das hat allerdings auch noch weitere Gründe, wie etwa unterschiedliche Stromsysteme. Das wird per ETCS nicht vereinheitlicht. Mehrsystemloks erkennt man häufig, aber nicht immer, an vier Dachstromabnehmern.

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10.000 Loks und Triebwagen müssen umgerüstet werden 
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Snorr 19. Sep 2019

Es sind zwar 10.000 Fahrzeuge, doch handelt es sich dabei um keinen homogenen Fuhrpark...

Snorr 19. Sep 2019

Diese Verschärfung der EBO wurde im Jahr 2012 verkündet und sollte bis Ende 2014 auch...

Auspuffanlage 19. Sep 2019

Cooles Bild und der Typ hat Ähnlichkeit^^

M.P. 19. Sep 2019

Diesel-LKWs werden auch bald nicht mehr fahren können ...



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