Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Digitale Schiene: Stuttgart soll erster digitalisierter Bahnknoten werden

Die Bundesregierung und die Deutsche Bahn investieren fast eine halbe Milliarde Euro in das Projekt.
/ Friedhelm Greis und dpa
10 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Digitale Technik im Stellwerk Annaberg-Buchholz (Bild: Kai Michael Neuhold/Deutsche Bahn)
Digitale Technik im Stellwerk Annaberg-Buchholz Bild: Kai Michael Neuhold/Deutsche Bahn

Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 soll die Region Stuttgart bis Ende 2025 der erste digitalisierte Bahnknoten in Deutschland werden. Die Bahn rechnet dafür mit Investitionen in Höhe von 462,5 Millionen Euro. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach am Dienstag in Berlin von einem "Modernisierungsschub" für die Bahn. Die Züge sollen zuverlässiger und pünktlicher werden, außerdem sollen mehr Züge auf Strecken fahren können, sagte Scheuer laut Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster).

Vom Fahrplanwechsel im Dezember 2025 an sollen die Züge des Fern-, Regional- und S-Bahnverkehrs im Knoten Stuttgart auf einem mit digitaler Technik ausgerüsteten Netz fahren. Neben dem neuen Hauptbahnhof und weiteren Stationen sollen zunächst Strecken mit einem Umfang von mehr als 100 Kilometern mit digitalen Stellwerken, dem Zugsystem ETCS und hoch automatisiertem Fahrbetrieb ausgerüstet werden.

Die Bahn hat im März 2018 das erste digitale Stellwerk (DSTW) Europas im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz in Betrieb genommen (PDF)(öffnet im neuen Fenster). Dadurch können die Stellbefehle des Fahrdienstleiters an Weichen, Signale oder Gleiskontakte digital über Netzwerktechnik übermittelt werden. Die bisher erforderlichen individuellen Verbindungen zu einzelnen Stellelementen über teils kilometerlange Kabelbündel entfallen. Durch die beim DSTW bestehende Netzwerkverbindung per Datenleitung können Signale und Weichen laut Bahn zudem in deutlich größeren Entfernungen gesteuert werden.

Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sagte, insgesamt solle die Digitalisierung des gesamten Schienennetzes in Deutschland beschleunigt werden. Die Bahn gehe davon aus, das gesamte Netz bis Mitte der 2030er Jahre digitalisieren zu können. Die Bahn sei mit dem Bund über die Finanzierung im Gespräch.

Scheuer, Pofalla sowie Finanzstaatssekretär Rolf Bösinger unterzeichneten außerdem eine neue Rahmenfinanzierungsvereinbarung. Damit sollen Investitionen in die Schienenwege effizienter umgesetzt werden.


Relevante Themen