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Digitale Schattenwirtschaft: Wie sich das Darknet selbst reguliert

In der Anonymität des Darknets ist eine klassische Rechtsdurchsetzung nicht möglich. Herrscht deswegen totale Anarchie? Nicht ganz. Eine komplexe Selbstregulierung ermöglicht Geschäfte zwischen Unbekannten und versucht, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern.

Artikel von Stefan Mey/iRights veröffentlicht am
Wie bei Amazon: Bewertungssysteme für Darknet-Händler
Wie bei Amazon: Bewertungssysteme für Darknet-Händler (Bild: Eric Feferberg/AFP/Getty Images)

Sie heißen Alphabay, Nucleus Marketplace oder Hansa Market. 19 zurzeit aktive Kryptomärkte listet Deepdotweb auf, eine Art Branchen-Blog der Darknet-Wirtschaft. In einer Liste der Diskussionsplattform Reddit sind es 15 Marktplätze.

Inhalt:
  1. Digitale Schattenwirtschaft: Wie sich das Darknet selbst reguliert
  2. Grenzen durch Produktpolitiken, Einigkeit gegen Kinderpornographie

Auf den digitalen Schwarzmärkten inserieren hunderte Händler ihre Produkte. Party-, Entspannungs- und Aufputsch-Drogen werden angeboten; sie machen den Löwenanteil des Handels aus. Auch verschreibungspflichtige Medikamente, Falschgeld, gehackte Kreditkartendaten, Ratgeber und Werkzeuge für Cyberkriminelle sowie zum Teil auch Waffen liegen in den digitalen Regalen.

Ermittler haben es in der digitalen Unterwelt schwer. Zahlungen sind meist nur in der schwer nachzuverfolgenden Kryptowährung Bitcoin möglich. Die Plattformen sind unter der .onion-TLD nur für Nutzer nur aus dem Tor-Netzwerk erreichbar, etwa mit dem Tor-Browser.

Dass der Staat größtenteils außen vor ist, bedeutet auch, dass er als Regulierungsinstanz ausfällt, wenn etwa ein Käufer vom Händler oder Marktplatzbetreiber geprellt wird. Um trotzdem das für Geschäfte notwendige Vertrauen zwischen den Beteiligten sicherzustellen, hat sich eine Reihe an Mechanismen der Selbstregulierung entwickelt.

Nutzerbewertungen und Multisignatur-Verfahren sollen Geschäfte absichern

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Die meisten Kryptomärkte haben ein Feedback-System implementiert, wie es zum Beispiel auch von Amazon bekannt ist. Käufer können ein erworbenes Produkt bewerten. Verschicken Händler unwirksame Medikamentenfälschungen, stark gestreckte oder gar gefährlich verunreinigte Drogen, werden sie in Zukunft kaum mehr Kunden finden. Die Kommentare erscheinen allgemein sichtbar auf den Produktseiten sowie den Händlerprofilen.

Auch unerfahrene Käufer von Drogen können so die erwartbare Qualität und Seriosität des Händlers abschätzen. Das Händler-Vergleichsportal "Grams" trägt die Bewertungen von Händlern auf unterschiedlichen Marktplätzen zusammen.

Im März 2015 ging der seinerzeit populäre Kryptomarktplatz "Evolution" offline. Die Betreiber verschwanden mit den bei ihnen geparkten Bitcoins der Nutzer, die nach Schätzungen einen Wert von bis zu 35 Millionen US-Dollar hatten. Solcher als "Exit Scam" bekannter Betrug erschüttert das Vertrauen in die digitale Schattenwirtschaft.

Ein Multisignatur-Verfahren soll ähnliche Vorfälle zukünftig verhindern. Bei einem solchem Modell müssen mindestens zwei der drei Parteien Käufer, Verkäufer und Marktplatzbetreiber einer Bitcoin-Transaktion zustimmen, damit sie ausgeführt wird. Wird das Verfahren korrekt implementiert, werden Alleingänge betrügerischer Marktplatzbetreiber wie im Fall von Evolution erschwert.

Grenzen durch Produktpolitiken, Einigkeit gegen Kinderpornographie 
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neocron 19. Jan 2016

richtig, eine gute Frage. Wie waere es dann damit auch Alkohol zu verbieten? 1. ist...

raskani 18. Jan 2016

wo kommt denn dieses wissen her? https://de.wikipedia.org/wiki/Geld https://de.wikipedia...

Stefanos6373 18. Jan 2016

Effektiv ist es sogar so, dass so ein Material gar nicht vertrieben wird. Die Leute mit...

metalheim 17. Jan 2016

Danke. Ohne Bank und Kredit könnten sich die wenigsten Haus oder Auto finanzieren (Auto...

Anonymouse 16. Jan 2016

Weil man sowas auch nicht im normalen Handel bekommt?


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