Digitale Musik: Def Leppard kopieren sich selbst
Wenn es eine Band – früher oder später – kreativ nicht mehr so draufhat, wird gern behauptet, sie kopiere sich selbst. Die britische Rockband Def Leppard(öffnet im neuen Fenster) macht genau das: Sie kopiert sich selbst. Aus den üblichen Gründen: Sie will mehr Geld verdienen – mit digitalen Versionen ihrer Stücke.
Hintergrund ist ein Streit der Band mit ihrer Plattenfirma Universal Music: Nach Ansicht war der Anteil, den Universal ihr am Verkauf von digitalen Versionen ihrer Stücke zahlen wollte, zu gering. Deshalb hat sie sich von Universal getrennt und beschlossen, ihre alten Stücke neu einzuspielen. Derzeit ist kein Album der Band, die 1977 als Schülerband gegründet wurde, als MP3-Download erhältlich.
Kontrolle zurückbekommen
"Wir ersetzen einfach unser Gesamtwerk durch brandneue, exakt gleiche Versionen dessen, was wir gemacht haben", erklärte Sänger Joe Elliott dem US-Branchenmagazin Billboard(öffnet im neuen Fenster). So wolle die Band die Kontrolle über ihr eigenes Werk zurückbekommen.
Der Vertrag mit Universal ließ ihnen offensichtlich diese Möglichkeit: "Unser Vertrag sieht vor, dass sie mit unserer Musik nichts ohne unsere Zustimmung machen können", erzählt Elliott. "Also haben wir ihnen einen Brief geschrieben, in dem stand: 'Egal, was ihr vorhabt, die Antwort wird 'nein' sein, fragt also gar nicht erst.' So sind wir gegangen."
52-Jähriger singt wie 22-Jähriger
Zwei neue Versionen haben Def Leppard schon eingespielt: "Rock of Ages" aus dem Jahr 1983 und "Pour Some Sugar on Me" aus dem Jahr 1987. Einen über 25 Jahre alten Song neu einzuspielen, sei gar nicht so einfach gewesen, sagt Elliott. Das gehe nicht einfach in drei Minuten. Sie hätten die Stücke genau analysieren müssen, um sie wieder ebenso einspielen zu können. Auch das Alter habe sich bemerkbar gemacht – er habe die Stimme eines 22-Jährigen finden müssen, erzählt der inzwischen 52-jährige Elliott.
Der Erfolg scheint Def Leppard recht zu geben: Die Stücke sind seit Anfang Juni über iTunes und Amazon MP3 erhältlich. Seitdem sei "Rock of Ages" in den USA 5.000-mal, "Pour Some Sugar on Me" sogar 21.000-mal heruntergeladen worden, berichtet Billboard unter Berufung auf Nielsen Soundscan. Mehr Stücke sollen nach der aktuellen Tour folgen, sagen die Musiker.
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