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Digitale Manipulation:
Kfz-Branche bekommt Tachobetrug nicht in den Griff

Bei jedem dritten Gebrauchtwagen wird laut Schätzungen der Kilometerstand gefälscht. Selbst Neuwagen sind vor Manipulation nicht sicher.
/ Haiko Prengel
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Digitale Kilometerstände sind weiterhin nicht manipulationssicher. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Digitale Kilometerstände sind weiterhin nicht manipulationssicher. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Früher griff man rabiat zur Bohrmaschine, um die Tachowelle eines Autos zurückzudrehen. In digitalen Zeiten ist der Eingriff simpler: via OBD-2-Schnittstelle. Tools zur "Tachojustierung" gibt es im Internet schon für 160 Euro, getarnt als OBD-Diagnosegeräte. Ob Nissan Qashqai, Citroen C3 oder Mercedes Sprinter: Unterstützt werde die "Korrektur" von Kilometerständen bei einer breiten Palette von Fahrzeugen, wirbt beispielsweise ein Anbieter aus Shenzhen in China.

Bei Kriminellen sind die Geräte beliebt. Denn ein kleiner Zahlendreher beim Tachostand reicht aus, um einen Gebrauchtwagen im Nu um tausende Euro teurer zu machen. Besonders gerne wird bei jungen Leasing-Fahrzeugen auf illegale Weise der Tachostand manipuliert. "Ich habe gesehen, wie leicht es ist, mit verhältnismäßig günstigen Geräten aus dem Internet den Kilometerstand in allen im Fahrzeug befindlichen Steuergeräten zu modellieren" , berichtet Thomas Schuster.

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