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Digitale Identitäten: DID-Core-Spezifikation darf W3C-Recommendation werden

Der Direktor des W3C genehmigt Recommendation-Status für die Decentralized-Identifier-Core-Spezifikation.
/ Boris Mayer
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Tim Berners-Lee muss selbst entscheiden (Bild: MANDEL NGAN/AFP via Getty Images)
Tim Berners-Lee muss selbst entscheiden Bild: MANDEL NGAN/AFP via Getty Images

Der Direktor des W3C hat den Aufstieg der Decentralized Identifier (DID, Dezentralisierte Identifikatoren) 1.0 Proposed Recommendation zu einer 3C-Recommendation genehmigt(öffnet im neuen Fenster) , nachdem das W3C Member Review mit formalen Einwänden von Google, Mozilla und einem anonym gebliebenen Mitglied geendet hatte.

Die drei Mitglieder sprachen sich für einen Verbleib der Spezifikation im Proposed-Recommendation-Status aus, weil die DID-Methoden noch nicht ausreichend definiert seien. Dies aber sei nötig, um deren Auswirkungen auf DID-Core auch ausreichend berücksichtigen zu können. Dabei zogen sie einen Vergleich, dass die DID-URI Recommendation aus Core dem Präzedenzfall der URL-Spezifikation folgen solle, die "mehrere spezifische Schemata enthielt, die einigen damals gängigen Protokollen zugeordnet waren."

Einwände berechtigt, aber Zeit ist ein wichtiger Faktor

Die Einwände wurden als durchaus berechtigt wahrgenommen: "Aus architektonischer Sicht ist die Analogie zwischen URL/URI-Schemata und DID-Methoden sinnvoll" , hieß es in der Entscheidung. Doch "obwohl diese Analogie auf architektonischer Ebene erfolgreich ist, scheitert sie im zeitlichen Kontext" , wurde sie aber auch wieder eingeschränkt. Und da "es eine Vielzahl von Methodenimplementierungen gibt, die die Kernspezifikation verwenden und ihr entsprechen" , während "die Geschichte vieler Internetstandards zeigt, dass zukünftige Arbeit zu Verbesserungen eines anfänglichen Standards führen kann – und dies oft auch macht" , müsse eine andere Frage entschieden werden, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Die Frage, die es sich zu stellen gelte, laute, welche Entscheidung "den geringsten potenziellen Schaden für die Community, die dezentrale Identifikatoren benötigt, und für die Web-Community im Allgemeinen hat."

Der Schaden zu warten ist größer

Den Recommendation-Status der DID-Core-Spezifikation aufzuhalten würde bedeuten, "die Motivation für andere Designer von dezentralen Identifikatorsystemen zu verringern" , der Empfehlung zu folgen. "Man kann leicht den unnötigen Einsatz anderer URI-Schemata vorhersehen, was die Interoperabilitätsherausforderung verschärft, an deren Bewältigung die Community gearbeitet hat." Die Einwände werden deshalb zurückgewiesen, der Aufstieg in den Recommendation-Status ist genehmigt.

Die Entscheidung wurde von Ralph Swick für Tim Berners-Lee verfasst.


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