• IT-Karriere:
  • Services:

Fehlende technische Expertise

Nach Ansicht des Beamten hapert es bei der Kontrolle der IT-Konzerne jedoch vielfach an der technischen Expertise. Es gebe in Europa keine zentrale oder verteilte Behörde, die Algorithmen kontrollieren könne, beispielsweise für Empfehlungssysteme auf Plattformen wie Youtube oder Facebook. Das seien alles sehr hochtechnische Prozesse, für die eine typische Aufsichtsbehörde nicht technisch versiert genug sei, um sie kontrollieren zu können.

Stellenmarkt
  1. TransnetBW GmbH, Karlsruhe (Daxlanden)
  2. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf, Münster, Köln

Aus diesem Grund denke die Kommission auch über Mechanismen nach, um die von den Plattformen selbst veröffentlichten Transparenzberichte überprüfen zu können. "Es gibt keine Möglichkeit, zu überprüfen, ob diese Daten wirklich stimmen oder frisiert werden", sagte der Beamte. Dabei müsse gewährleistet sein, dass die Aufsicht auf der einen Seite "auf Augenhöhe" mit den Konzernen verhandeln könne, auf der anderen Seite die nationalen Aspekte berücksichtige. "Wir wissen, dass es nicht trivial ist, die Plattformen wirklich gut zu überwachen", sagte er mit Blick auf die zahlreichen Wettbewerbsverfahren der vergangenen Jahre.

Einheitliche Regeln für illegale Inhalte

Bei der Algorithmenkontrolle ist nach Ansicht der EU-Kommission eine Bündelung der Expertise besser, als diese dünn auf Europa zu verteilen. "So viele Leute, die einen Algorithmus von Youtube tatsächlich analysieren können, gibt es nicht", sagte der Beamte. Das Digitale-Dienste-Gesetz soll dabei auch Strukturen aufbauen können, um beispielsweise Vorfälle wie den Missbrauch von Facebook-Daten durch Cambridge Analytica auswerten zu können. Das könnte auch bei Regelungen zum Einsatz politischer Werbung oder Einschränkungen zielgerichteter Werbung eine Rolle spielen.

Nationale Alleingänge bei der Plattformregulierung wie das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) hält die EU-Kommission hingegen für nicht zielführend. Damit könnten zwar die großen Konzere umgehen, aber nicht kleine Startups. Bei der Bekämpfung illegaler Inhalte im Netz müsse es daher "bindende Regeln geben, die einheitlich in ganz Europa funktionieren". Das soll sich allerdings nur auf Prozessregeln wie ein Beschwerdemanagement beziehen. Jeder EU-Mitgliedstaat soll weiter festlegen dürfen, was an Inhalten verboten oder erlaubt sei. Die Basis für die Pläne seien die Empfehlungen zum Umgang mit illegalen Inhalten aus dem Jahr 2018.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Mitte Februar ihre europäische Digitalstrategie vorgestellt. Erste Gesetzesinitiativen zu den sogenannten Datenräumen sind für Ende 2020 geplant, ein sogenannter Delegierter Akt zu Datensätzen könnte Anfang 2021 folgen. Ihren Vorschlag für ein Digitale-Dienste-Gesetz könnte die Kommission bereits Ende dieses Jahres vorlegen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Digitale-Dienste-Gesetz: Chancen für die Kleinen - Kontrolle für die Großen
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-83%) 9,99€
  2. (-78%) 2,15€

knabba 12. Mai 2020 / Themenstart

"Es gebe in Europa keine zentrale oder verteilte Behörde, die Algorithmen kontrollieren...

maverick1977 12. Mai 2020 / Themenstart

Und wieder wird ein Fass ohne Boden aufgestellt, in das man Milliarden und Abermilliarden...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Doom Eternal - Test

Doom Eternal ist in den richtigen Momenten wieder eine sehr spaßige Ballerorgie, wird aber an einigen Stellen durch Hüpfpassagen ausgebremst.

Doom Eternal - Test Video aufrufen
Change-Management: Wie man Mitarbeiter mitnimmt
Change-Management
Wie man Mitarbeiter mitnimmt

Wenn eine Firma neue Software einführt oder Prozesse digitalisiert, stößt sie intern oft auf Skepsis. Häufig heißt es dann, man müsse "die Mitarbeiter mitnehmen" - aber wie?
Von Markus Kammermeier

  1. Digitalisierung in Deutschland Wer stand hier "auf der Leitung"?
  2. Workflows Wenn Digitalisierung aus 2 Papierseiten 20 macht
  3. Digitalisierung Aber das Faxgerät muss bleiben!

Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test: Die Letzten ihrer Art
Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test
Die Letzten ihrer Art

Noch einmal 14 nm und Skylake-Architektur: Intel holt alles aus der CPU-Technik heraus, was 250 Watt rein für die CPU bedeutet.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Comet Lake Intels vPro-Chips takten höher
  2. Comet Lake S Intel tritt mit 250-Watt-Boost und zehn Kernen an
  3. Core i7-10875H im Test Comet Lake glüht nur auf einem Kern

Big Blue Button: Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen
Big Blue Button
Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen

Ein Verein aus dem Umfeld des CCC zeigt in Berlin, wie sich Schulen mit Open Source digitalisieren lassen. Schüler, Eltern und Lehrer sind begeistert.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Mint-Allianz Wir bleiben schlau! Wir bleiben unwissend!
  2. Programmieren lernen Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

    •  /