Digitale Bildung: Bitte nicht runterspülen!

Der Bund will fünf Milliarden Euro in die Modernisierung der digitalen Infrastruktur an Schulen investieren. Kritiker finden, dieses Geld wäre in der Sanierung von maroden Schulen oder in Leseförderung besser angelegt. Doch es wäre fatal, die Summe nicht in digitale Bildung zu investieren.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Schüler malen auf einem Whiteboard.
Schüler malen auf einem Whiteboard. (Bild: Anne-Christine Poujoulat/AFP/Getty Images)

Mit fünf Milliarden Euro will Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) ab dem Jahr 2018 rund 40.000 Schulen für die digitale Welt bereit machen. Fünf Milliarden für eine schnelle Internetanbindung, WLAN-Hotspots und Computer. Während sich die Länder über die finanzielle Hilfe freuen, kommt gleich Kritik des Präsidenten des Lehrerverbandes: "Die Euphorie ums Digitale kann ich nicht nachvollziehen", sagte Josef Kraus heute.de. Und auch der Philologenverband sieht das Geld lieber anders investiert, wie der Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte.

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Die Kritiker sind sich einig: Das Geld wäre überall anders besser angelegt als für die Modernisierung der digitalen Infrastruktur an Schulen. Lieber sollen marode Schulen - und besonders Schultoiletten - saniert, neue Bücher gekauft oder in die Leseförderung investiert werden. Das sind alles sinnvolle Punkte und reale Probleme deutscher Schulen - keine Frage. Es wäre trotzdem falsch, das für den DigitalpaktD vorgesehene Geld für diese Zwecke zu verwenden. Damit wird das Problem der digitalen Bildung an Schulen nur noch weiter vor sich hingeschoben - wie es schon in den letzten Jahren geschehen ist.

Die Bundesländer müssen didaktische Konzepte entwickeln

Mit dem DigitalpaktD sollen die Schulen nicht nur eine digitale Infrastruktur bekommen, die Bundesländer - die eigentlich für Bildungsfragen verantwortlich sind - sollen sich dazu verpflichten, endlich didaktische Konzepte zu entwickeln, die an die digitale Lebenswirklichkeit der Schüler angepasst sind und modernen Schulunterricht ermöglichen. Würde der DigitalpaktD nicht zustande kommen, wäre das fatal. Denn ohne die Verpflichtung scheinen die Kultusministerien wenig Interesse daran zu haben, pädagogische Konzepte für das digitale Lernen zu entwickeln - sonst wären diese schon in den vergangenen Jahren entstanden.

Wichtig ist auch, dass sich die Bundesländer verpflichten, die Lehrer weiterzubilden. Es würde nur wenig nützen, ihnen einfach Whiteboards, Notebooks und schnelle Internetverbindung bereitzustellen, ohne dass sie sich mit den neuen Medien und Lehrkonzepten vertraut machen können. Die schon jetzt den Lehrern zur Verfügung stehenden Beamer, Notebooks oder Whiteboards setzen viele, vor allem ältere, aus reinem Selbstschutz nicht ein - sie wissen einfach nicht mit den Geräten umzugehen und wollen sich nicht vor Schülern blamieren.

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Letztendlich zeigt die Diskussion um den DigitalpaktD des Bundes, dass Schulen in Deutschland viele Probleme haben. Die digitale Bildung ist eines davon, dessen Lösung nicht noch weiter hinausgezögert werden sollte. Denn Schulen sind in Deutschland zu oft offline.

Und eine Sache noch am Rande: Das vom Bund zur Verfügung gestellte Geld dürfte gar nicht für die Sanierung von Schultoiletten oder zur Anschaffung neuer Bücher verwendet werden. Grund ist das im Grundgesetz verankerte Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. Für marode Schulen sind die Länder verantwortlich.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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DrWatson 21. Okt 2016

Ich weiß nicht was dieser unsachliche Beitrag soll. Offenbar sind dir keine besseren...

/mecki78 18. Okt 2016

Richtig. Nicht gewusst? Warum denkst du denn hat ein Abitur aus dem Süden immer noch...

BBiwy 17. Okt 2016

Hallo, zunächst einmal ist eigentlich, in meinen Augen, die Bundesbildungsminsiterin...

plutoniumsulfat 17. Okt 2016

Das sage ich ja, da kann nicht immer der Lehrer was für. Klar kann man erklären, warum...



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