Digitale Audio Workstation: Ardour 4.0 läuft unter Windows
Ardour kann künftig auch unter Windows verwendet werden. Ab Version 4.0(öffnet im neuen Fenster) steht die digitale Audio Workstation für Microsofts Betriebssysteme ab XP als Entwicklerversion bereit. Außerdem wird das Jack Audio Connection Kit nicht mehr benötigt, und die Benutzeroberfläche ist erneuert worden.
Die jetzt erhältliche Windows-Version sei unter anderem durch Spenden von Google ermöglicht worden, heißt es in einer Mitteilung des Projekts(öffnet im neuen Fenster). Allerdings bietet Ardour keine offizielle Unterstützung und warnt davor, dass die Windows-Version noch fehlerbehaftet sei. Das Projekt suche nach Entwicklern aus der Community, die an der Verbesserung der Software mitarbeiten wollen.
Automatische Erkennung von VST-Plugins abgeschaltet
In allen Versionen soll der benötigte Arbeitsspeicher erheblich reduziert worden sein. Außerdem erkennt das Programm die mögliche maximale Anzahl der geöffneten Dateien eines Betriebssystems. Das soll Fehler beim Speichern aufwendiger Sitzungen vermeiden. Beim ersten Start der Anwendungen werden VST-Plugins nicht mehr automatisch gesucht und eingebunden. Stattdessen muss der Nutzer dazu eine entsprechende Anwendung in Ardour starten. Sie soll Plugins erkennen, die nicht korrekt funktionieren. Die automatisch gesperrten Plugins können dann vom Anwender nur noch manuell eingebunden werden.
Die Eingabe und Ausgabe von Audio und Midi wurde vollständig abstrahiert und wird jetzt über entsprechende Backends im Programm selbst statt wie zuvor über Jack erledigt, womit die Abhängigkeit von Letzterem wegfällt. Stattdessen können weitere Audio-Frameworks wie Alsa unter Linux und Coreaudio unter Mac OS X oder Asio unter Windows direkt aus Ardour angesprochen werden. Jack lässt sich aber weiterhin mit Ardour nutzen.
Verbesserte Midi-Unterstützung
Viel Arbeit haben die Entwickler in die Verbesserung der Midi-Unterstützung investiert. So werden Plugins mit Midi-Ausgabe unterstützt, und Midi-Tracks können in Audio-Tracks integriert werden. Beide Tracks können parallel zueinander genutzt werden, etwa für die Ausgabe über einen entsprechenden Bus. Der Wechsel zwischen Frameworks ist im laufenden Programm möglich.
Die Benutzeroberfläche wurde komplett neu geschrieben und nutzt jetzt beispielsweise die 2D-Bibliothek Cairo. Icons verwenden Vektorgrafiken, und das Skalieren von Schriftarten wurde verbessert. Gleichzeitig wurde die Theming-Engine neu geschrieben. Das soll Änderungen an der Farbpalette der Benutzeroberfläche erleichtern. Allerdings funktionieren Themes aus Version 3.0 jetzt nicht mehr. Schließlich poppen Fehlermeldungen nicht mehr in einem Dialogfenster auf, sondern werden zunächst über ein Symbol angezeigt.
Weiterhin kostenpflichtig
Wie bisher verlangt Ardour eine monatliche Zahlung(öffnet im neuen Fenster) für voll funktionsfähige Versionen von Ardour samt Support. Die Höhe kann jeder selbst bestimmen. Wer einmalig bezahlt, erhält ebenfalls eine unbegrenzt funktionsfähige Version, muss aber auf einige Aktualisierungen verzichten. Alle Versionen gibt es als Demo(öffnet im neuen Fenster), allerdings lässt sie sich lediglich 10 Minuten lang verwenden, bis sie zeitweise verstummt. Der Quellcode für alle Versionen ist ebenfalls gegen eine freiwillige Spende erhältlich(öffnet im neuen Fenster). Wer sie kompiliert, kann alle Funktionen der Software nutzen. Unter Windows lässt sich Ardour mit dem Entwicklerwerkzeug Mingw/GCC kompilieren.
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