Digitale Assistenten: Apple stoppt Auswertung von Siri-Sprachaufnahmen weltweit

Apple setzt weltweit die Praxis aus, Fragmente von Aufnahmen durch Siri nachträglich von Menschen auswerten zu lassen. Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass dies nicht nur bei Amazon und Google, sondern auch bei Apple passiere.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Apples Homepod läuft mit Siri.
Apples Homepod läuft mit Siri. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Bei digitalen Assistenten zur Sprachsteuerung wie Amazons Alexa, Google Assistant und Apples Siri sind Fragmente von Mitschnitten seit Jahren zum Teil auch von Menschen angehört und abgetippt worden, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Diese Praxis will Apple weltweit beenden. Gerade erst kündigte Google an, dass bis Ende Oktober 2019 Mitarbeiter innerhalb der EU keine Sprachaufnahmen des Google Assistant mehr auswerteten.

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Vor ein paar Tagen wurde durch einen Bericht des Guardian bekannt, dass über Siri-Aufnahmen zum Teil sehr private Dinge von Apple-Mitarbeitern angehört würden. Dabei seien vertrauliche Diskussionen, geschäftliche Besprechungen, kriminelle Machenschaften oder auch sexuelle Handlungen aufgenommen worden.

Apple kündigte als erster Anbieter von digitalen Assistenten an, Nutzer ausdrücklich um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten durch Mitarbeiter zu fragen. Die Funktion solle in einem späteren Software-Update umgesetzt werden, sagte der Homepod-Hersteller Techcrunch. Bis dahin werde die Praxis weltweit gestoppt und auf den Prüfstand gestellt.

Viele Nutzer waren schockiert, als sie erfuhren, dass Aufnahmen von Sprachassistenten zum Teil von Menschen abgetippt würden, um die Spracherkennung zu verbessern.

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Es geht dabei auch um Fälle, bei denen die Sprachassistenten versagten und sich aktivierten, obwohl das Signalwort zum Aufwecken nicht gesagt wurde. So etwas passiert beim Einsatz smarter Lautsprecher mit Alexa, Google Assistant und auch Siri immer wieder mal. Da in diesem Moment eigentlich nicht mit den Geräten gesprochen werden sollte, können so vertrauliche Daten aufgenommen werden - alles, über das gerade gesprochen wurde.

Die Anbieter betonen, dass die Aufnahmen anonymisiert würden. Nutzern war die Praxis allerdings weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte dazu auftauchten. Amazon, Apple und Google hörten sich die Mitschnitte der Sprachbefehle an und analysierten diese, um die digitalen Assistenten zu verbessern, heißt es von den Anbietern. Beim nachträglichen Anhören sollen die Mitarbeiter herausfinden, welche Worte oder Geräusche die versehentliche Aktivierung auslösten, um die Software entsprechend anzupassen.

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