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Digital Treasury: "Sobald die Preise fallen, beginnt ein Wettlauf nach unten"

Um ihre Aktienkurse zu stützen, trennen sich Digital-Treasury-Unternehmen in großem Stil von ihren Kryptowährungen .
/ Mike Faust
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Überschüssige Liquidität in Kryptowährung anzulegen, zahlt sich für einige Unternehmen nicht aus. (Bild: Joe Raedle/Getty Images)
Überschüssige Liquidität in Kryptowährung anzulegen, zahlt sich für einige Unternehmen nicht aus. Bild: Joe Raedle/Getty Images

Wegen fallender Aktienkurse trennen sich Unternehmen mit großen Beständen von Kryptowährungen von ihren digitalen Vermögenswerten. Wie Ars Technica berichtet(öffnet im neuen Fenster) , gerät damit das Geschäftsmodell sogenannter Digital-Asset-Treasury-Unternehmen ins Wanken. Diese folgten der Strategie, ihre Aktienkurse durch den Kauf von Kryptowährungen positiv zu beeinflussen.

Ein Beispiel ist das Softwareunternehmen Strategy (vormals Microstrategy), welches einen der weltweit größten Bitcoin-Bestände hält. Strategy begann im Jahr 2020 mit dem Kauf der Kryptowährung und hielt im August 2025 628.946 Bitcoin.

Anleger durch fallende Kryptokurse verunsichert

Das Einbrechen der Kryptokurse verunsicherte allerdings die Anleger , weshalb sich diese von Aktien des Unternehmens trennten. Der Aktienwert von Strategy halbierte sich daraufhin innerhalb von vier Monaten und das Unternehmen ist nun weniger wert als die Bitcoin, die es hält.

Auch Metaplanet, welches ursprünglich im Hotel- und Gastgewerbe tätig war und zu Japans größtem Bitcoin-Eigentümer geworden ist, wurde von Anlegern auf ähnliche Weise behandelt. Die Aktien des Unternehmens fielen nach ihrem Höchststand im Juni 2025 um 80 Prozent, weshalb Metaplanet einen durch Bitcoin gesicherten Kredit aufnehmen musste, um Aktienrückkäufe zu finanzieren.

"Taktische Entscheidung zur Steigerung des Aktienwerts"

Das französische Halbleiterunternehmen Sequans Communications musste im November 2025 ebenfalls Bitcoin verkaufen, um Kredite zu bedienen. Der Verkauf von Token im Wert von circa 100 Millionen US-Dollar war nötig, nachdem die Marktkapitalisierung auf 87 Millionen US-Dollar gefallen war, obwohl die Bitcoin-Werte des Unternehmens 198 Millionen US-Dollar betrugen. Georges Karam, CEO von Sequans, erklärte den Verkauf mit einer "taktischen Entscheidung zur Steigerung des Aktienwerts" .

Und auch die Smarter Web Company, Großbritanniens größter Bitcoin-Besitzer, verzeichnete in diesem Jahr einen Kursverlust von 44 Prozent und wird mit circa 174 Millionen US-Dollar bewertet, obwohl es Bitcoin im Wert von 232 Millionen US-Dollar besitzt.

Neben den genannten hatten sich noch viele weitere Firmen für eine ähnliche Strategie entschieden und somit laut Ars maßgeblich zu den Rekordbewertungen des Bitcoin beigetragen. Adam Morgan McCarthy, leitender Forschungsanalyst beim Krypto-Datenunternehmen Kaiko, sagte Ars: "Bei diesen Unternehmen wird es zu einem Ausverkauf kommen" und fügte hinzu: "Es ist ein Teufelskreis. Sobald die Preise fallen, beginnt ein Wettlauf nach unten."


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