Open Source ersetzt Open Source
Wenig überraschend wird auch in Schleswig-Holstein die Nextcloud-Plattform eingesetzt, die Umstellung auf die beliebte Kollaborationssoftware ging bereits 2024 über die Bühne. Neben Dateiaustausch, Kalender, Chat und anderen Features, die für die Zusammenarbeit im Büro benötigt werden, ist Nextcloud Talk integriert, das für interne Videokonferenzen eingesetzt wird.
Ansonsten werde seit Anfang 2026 "die Open-Source-Anwendung Opentalk als Standardlösung genutzt. Diese Applikation wird durch Dataport betrieben, mit der Opentalk GmbH bestehen langfristige Enterprise-Support-Verträge" , heißt es dazu vom Digitalminister. Ironischerweise wurde dadurch keine proprietäre Software wie Cisco Webex oder MS Teams ersetzt, sondern die bis dahin verwendete Open-Source-Applikation Jitsi abgelöst.
Und jetzt kommt Linux
Wie überall, wo eine solche Umstellung im Gange ist, werden die Betriebssysteme an den Arbeitsplätzen zuletzt ersetzt. In Schleswig-Holstein werde " Opensuse Leap seit Jahren prototypisch genutzt, 2026 sollen nun die ersten Arbeitsplätze in der Landesverwaltung umgestellt werden." Allerdings gebe es noch Herausforderungen, zum Beispiel in der VoIP-Telefonie oder bei der Anbindung der elektronischen Akte.
"Die größte Herausforderung wird langfristig die Umstellung bestehender Fachverfahren, die in den Dienststellen genutzt werden, auf eine Kompatibilität mit Linux werden, da viele dieser Anwendungen lediglich unter Windows funktionieren." Um welche Anwendungen bei welchen Fachverfahren es sich dabei handelt, wird im Antwortschreiben des Digitalisierungsministeriums nicht näher spezifiziert. Wer die Büro-Usancen und die Persistenz von Legacy-Software ein wenig kennt, dem fallen dazu automatisch Berechnungen mit Excel-Tabellen und steinalte Makros ein.
Zum Finanziellen
Wie aber kam es, dass mit einer Reihe Punkten, die auf dem CDU-Parteitag zum Schutz veralteter Technologien und überkommener Geschäftsmodelle beschlossen wurden, ein Bekenntnis zum Einsatz freier Software mitbeschlossen wurde? Und dass mit "Public Money, Public Code" das Motto der Free Software Foundation ins CDU-Parteiprogramm (PDF)(öffnet im neuen Fenster) gehoben wurde?
Zehn Tage vor diesem Parteitag wurde öffentlich, dass die Ausgaben des Bundes allein für Microsoft-Lizenzen binnen zweier Jahre von 274 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 481 Millionen im Jahr 2025 gestiegen sind. Von Ländern und Kommunen liegen dazu nicht einmal Zahlen vor, mit Ausnahme eines gewissen Bundeslands im Norden.
Im Dezember hatte Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Schrödter bekannt gegeben(öffnet im neuen Fenster) , dass durch die Umstellung auf Open Source bereits mehr als 15 Millionen Euro an Lizenzkosten eingespart worden seien. Dem stünden im Jahr 2026 neun Millionen Euro an einmaligen Investitionen für die Migration und die Weiterentwicklung der Open-Source-Lösungen gegenüber.
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