Digital Signage: OLED-Technik ist laut LG für den Dauerbetrieb bereit

Der OLED-Technik wird nachgesagt, dass eine solche Anzeige nach kurzer Zeit ausfallen kann, da deren Panel zu schnell altern. Trotzdem verkauft LG Fernseher mit dieser Technik und arbeitet als einer von wenigen Marktteilnehmern aktiv daran, die Technik für Beleuchtung einzusetzen . Im Prinzip ist LG der einzige große Konzern, der derzeit aktiv in vielen Bereichen auf OLED statt auf LCD/LED-Kombinationen setzt.

Ein wichtiger Bereich wurde bisher vernachlässigt: Digital Signage. Das sind Anzeigesysteme für den meist öffentlichen Raum. Digital Signage ist ein lukrativer Markt, in dem sich noch immer alte Monitor-Größen bewegen. NEC Display hat beispielsweise im Endkundenmarkt viel Bedeutung verloren und Sharp kennt man im PC-Bereich beispielsweise seit Jahren nicht mehr. Im Digital-Signage-Markt sind die beiden Unternehmen hingegen noch sehr aktiv und ihre Produkte weit verbreitet.
Digital Signage ist sozusagen die Königsdisziplin bei Displays. Entsprechende Anzeigesysteme müssen mit Hitze, Kälte und Feuchtigkeit zurechtkommen. Außerdem werden sie oft direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt und müssen eine hohe Betriebszeit haben. Wer das schafft, der kann hohe Preise verlangen.
Sieben Jahre Betrieb mit Einschränkungen
So weit will LG mit seinen neuen Digital-Signage-Lösungen nicht gehen. Die Lebensdauer ist auf 30.000 Stunden ausgelegt, im 24-Stunden-Betrieb wären das etwa dreieinhalb Jahre. Also muss der Einsatz eingeschränkt werden(öffnet im neuen Fenster) . Typische LG-Szenarien sehen einen 18/7- (Stunden pro Tag/Tage pro Woche) oder 12/7-Betrieb vor. Das erste Szenario würde sich für den Betrieb im Nahverkehr, etwa in Bahnhöfen eignen, das zweite Beispiel in Einkaufspassagen. Insbesondere für Werbung bieten sich die Displays dann an. LG selbst betreibt eine große OLED-Installation mit 280 Panels bereits auf dem Flughafen Seoul-Incheon (RKSI/ICN) seit fast einem Jahr.

Hierbei sei allerdings angemerkt, dass die Betriebszeit von dann 4,5 beziehungsweise fast 7 Jahre für diesen Markt eher kurz ist. Fallblattanzeiger werden mitunter Jahrzehnte eingesetzt und auch Monitore sind durchaus so lange im Einsatz, so dass einige Flughäfen noch Röhrenmonitore für die Anzeige der Abflüge verwenden. Und gerade in Bahnhöfen und im Nahverkehr werden in der Regel sehr spezielle Techniken für die Anzeige verwendet. Dort weiß man, dass selbst LCD-Monitore äußerst unzuverlässig sind. Wer häufig in Berlin mit einem BVG-Bus fährt, der weiß, dass die Displays in den letzten Jahren außergewöhnlich oft ausfallen.
Sonnenlicht und biegsame Displays
Wer also LGs OLEDs einsetzen will, muss in seiner Kalkulation auf Grundlage von LGs Spezifikationen einen vergleichsweise frühen Austausch einplanen. 30.000 Stunden sind nicht viel. Die Vorteile sollen das aber aufwiegen. Laut LG wird die Bildqualität durch Fremdlicht nicht beeinflusst. Sonneneinstrahlung soll der Farbdarstellung nichts anhaben und Schwarz ist auch wirklich schwarz, da die einzelnen Pixel bei OLED dann nicht leuchten.
LCD-Technik hat damit tatsächlich Probleme und muss deswegen sehr helle Hintergrundbeleuchtung nutzen. Bei Dunkelheit gibt es mitunter Schwierigkeiten bei der Darstellung von Schwarz, wenn die Panels nicht stark genug gedimmt werden können. Und bei Sonnenlicht sind sie mitunter unbenutzbar, wie diverse Fahrkartenautomaten-Displays beweisen, die moderne LCD-Technik auf sonnengefluteten Bahnsteigen verwenden.
Flexible Montage und dünne Displays
Zudem lassen sich von LG Lösungen bestellen, die flexibel im Einsatz sind. So kann das Display einfach einer runden Wand folgen. Allerdings sind gebogene Displays keine OLED-Spezialität. Von Sharp gibt es beispielsweise runde Litfaßsäulen-Displays. Diese sind allerdings nicht so flexibel wie LGs Displays, die zudem so dünn sind, dass sie auf einer Wand nicht auffallend hervorstehen. 3,65 Millimeter gibt LG für sein Wand-Display an.
LG will mehrere Digital-Signage-Systeme bereits im November 2016 anbieten. Eines davon arbeitet mit einem 55-Zoll-Panel und ist ab 7.600 Euro zu haben, das als Dual-View-Variante (Vorder- und Rückseite) für rund 12.000 Euro angeboten wird. Die 65-Zoll-Variante ist erheblich teurer und kostet im Doppelpack fast 100.000 Euro.
Geplant ist zudem ein nahezu rahmenloses 55-Zoll-Display, das sich für die Installation von mehreren Displays zu einer großen Signage-Wand eignet. Der Preis und die Verfügbarkeit für dieses Modell sind noch nicht bekannt.