Digital Services Act: EU-Kommission will ChatGPT strenger regulieren
OpenAI soll künftig unter den Digital Services Act (DSA) der EU fallen und damit stärker reguliert werden. Wie das Handelsblatt aus Kreisen(öffnet im neuen Fenster) der EU-Kommission erfuhr, will die Behörde das Unternehmen in den kommenden Tagen als sehr große Online-Suchmaschine einstufen.
Der DSA reguliert sowohl sehr große Plattformen als auch sehr große Suchmaschinen. Für Letztere gelten zusätzliche Anforderungen. Als sehr große Plattform oder Suchmaschine gelten solche mit mehr als 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU.
Das Angebot von OpenAI überschreitet diese Grenze deutlich. Nach eigenen Angaben verzeichnete die Suchfunktion von ChatGPT im Sechsmonatszeitraum bis Ende September 2025 im Durchschnitt rund 120,4 Millionen monatlich aktive Nutzer in der EU. Die Zahl bezieht sich ausschließlich auf Personen, die aktiv die Suchfunktion verwenden, nicht auf die gesamte Nutzung von ChatGPT.
Mehr als 45 Millionen monatliche Nutzer in der EU
ChatGPT hat tatsächlich eine voll integrierte Websuche, die es ermöglicht, das Tool wie eine moderne Suchmaschine zu nutzen, jedoch mit einer anderen Logik als Google. Im Gegensatz zur klassischen Suchmaschine, die eine Trefferliste mit Links liefert, liest die KI mehrere Quellen gleichzeitig und schreibt eine zusammenhängende Antwort.
Anfang 2026 wurden die Quellenangaben verbessert. Zitate erscheinen meist in einer Seitenleiste oder als Fußnoten, die oft über Bing-Indizierung direkt zum Originalartikel führen.
OpenAI wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte dem Handelsblatt, dass die vorliegenden Nutzungsdaten derzeit geprüft würden.
Stärkere Kontrolle durch den DSA
Der DSA legte erstmals EU-weit einheitliche Regeln fest, wie Onlineplattformen mit rechtswidrigen Inhalten umgehen müssen. Dazu gehören Hassrede und Hetze, terroristische Inhalte, Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen. Sehr große Onlineplattformen und Suchmaschinen (VLOPs/VLOSEs) mit mehr als 45 Millionen monatlichen Nutzern in der EU müssen jährliche Risikoanalysen durchführen und ihre Algorithmen für die Forschung öffnen.
Wenn ein Beitrag gelöscht oder ein Konto gesperrt wird, müssen Plattformen dies begründen. Nutzer haben ein Recht auf ein einfaches und kostenloses Beschwerdeverfahren.
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