Digital Payment: Mehrheit lehnt digitale Trinkgeldvorgaben ab
Die Digitalisierung des Bezahlwesens in Deutschland schreitet voran, doch die Ausgestaltung digitaler Trinkgeldfunktionen stößt bei Verbrauchern auf ein geteiltes Echo. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom(öffnet im neuen Fenster) , für die 1.004 Personen ab 16 Jahren befragt wurden, empfindet lediglich eine Minderheit von 29 Prozent vorgeschlagene Beträge beim elektronischen Bezahlen als praktisch. Besonders bei der älteren Generation herrscht Skepsis: Bei den über 65-Jährigen liegt die Zustimmung zu diesen Vorschlägen bei lediglich 22 Prozent.
Druck durch voreingestellte Prozentsätze
Ein zentraler Kritikpunkt der Befragten ist die psychologische Wirkung voreingestellter Optionen. Rund 64 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass solche Voreinstellungen dazu führen, dass sie letztlich mehr Geld geben, als sie ursprünglich geplant hatten. Die Umfrage zeigt zudem, dass eine Mehrheit von 68 Prozent es als unangemessen empfindet, wenn am Terminal ausschließlich Beträge ab einer Höhe von zehn Prozent zur Auswahl stehen.
Alina Stephanie Bone-Winkel, Bereichsleiterin Digital Banking & Financial Services beim Bitkom, betont die Problematik dieser "Leitplanken" . Damit Kunden sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, seien Transparenz und eine ausgewogene Auswahl entscheidend. Ziel müsse es sein, die offene Entscheidung der Kunden beizubehalten, statt sie durch digitale Vorgaben in eine bestimmte Richtung zu drängen.
Mangelndes Vertrauen in die Verteilung
Obwohl 55 Prozent der Befragten fordern, dass digitales Trinkgeld zum Standard gehören sollte, mangelt es an Vertrauen in die technische Abwicklung und die faire Verteilung. Nur etwa 52 Prozent der Teilnehmer glauben daran, dass das digital gegebene Geld tatsächlich vollständig beim Personal ankommt.
Interessanterweise zeigt sich hier ein deutlicher Generationengraben: Während 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen davon überzeugt sind, dass das Geld die Servicekräfte erreicht, sinkt dieser Wert bei den 50- bis 64-Jährigen auf 47 Prozent und bei den über 65-Jährigen auf 48 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass neben der technischen Implementierung vor allem die Kommunikation über die Verteilungsprozesse eine Hürde für die Akzeptanz digitaler Trinkgelder darstellt.



