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Digital Networks Act (DNA): EU will festes Abschaltdatum für Kupfernetze durchsetzen

EU -weit sollen die Kupfernetze zwischen 2030 und 2035 zu Altmetall werden. Durch eine eine EU-Verordnung soll dies verbindlich durchgesetzt werden.
/ Achim Sawall
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Digitalkommissarin Henna Virkkunen stellt den Digital Networks Act am 21. Januar 2026 vor. (Bild: EU-Kommission)
Digitalkommissarin Henna Virkkunen stellt den Digital Networks Act am 21. Januar 2026 vor. Bild: EU-Kommission

Mit der Vorstellung des Digital Networks Act (DNA)(öffnet im neuen Fenster) durch die EU-Kommission am 21. Januar 2026 soll ein schnellstmöglicher Umstieg von alten Kupferkabeln auf moderne Glasfasernetze erfolgen. "Mit der Verordnung über digitale Netze sollen verbindliche, nationale Übergangspläne eingeführt werden, um die schrittweise Abschaffung der Kupferkabelnetze und den Übergang zu fortgeschrittenen Netzen zwischen 2030 und 2035 zu vollziehen. Demnach müssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Pläne bis 2029 vorlegen."

Aus Sicht des deutschen Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) ist das zu früh. "Das EU-weite Abschaltdatum 2035 für Kupfernetze könnte angesichts des stotternden Glasfaserausbaus je nach Ausgestaltung der Abschaltvoraussetzungen für Deutschland aber doch zu ambitioniert sein. Solche nationalen Besonderheiten sollten beim DNA berücksichtigt werden. Deshalb wäre eine Umsetzung des DNA durch eine EU-Richtlinie besser als durch eine EU-Verordnung." Die kommunalen Unternehmen waren die ersten, die den Glasfaserausbau vorangetrieben haben.

Lisia Mix-Bieber, Cheflobbyistin beim Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) erklärte: "Wir begrüßen, dass die Kommission diesen Technologiewechsel als zentrales Element für die Zukunft der digitalen Infrastruktur priorisiert und diesen Prozess klar regeln will. Der im DNA vorgesehene Zeitplan darf jedoch auf keinen Fall dazu führen, dass bereits laufende Initiativen nationaler Gesetzgeber und Regulierer ausgebremst oder konterkariert werden."

VATM-Präsidentin Valentina Daiber für klares Abschaltdatum

"Das Kupfernetz braucht ein klares Ablaufdatum, das hat die Kommission richtig erkannt" , hob dagegen VATM-Präsidentin Valentina Daiber hervor. "Die kommenden knapp zehn Jahre bis 2035 bieten Unternehmen, Regulierungsbehörden, aber auch Bürgerinnen und Bürgern ausreichend Planungsperspektive." Jetzt müsse es darum gehen, die Migrationsprozesse zu strukturieren und festzulegen, die Kostenverteilung fair zu regeln und die weitere Entwicklung klug zu steuern, um Marktverwerfungen zu verhindern. "Anbieter- und Dienstevielfalt machen Glasfasernetze für die Menschen erst attraktiv. Die Auswahl, die auf den Kupfernetzen Usus ist, muss auch auf der neuen Netzinfrastruktur erhalten bleiben."

Anga für verbindliche Vorgaben

Der Anga-Verband begrüßte ausdrücklich einen regelbasierten Rahmen für das Kupfer-Glasfaser-Upgrade: "Verbindliche Vorgaben können dazu beitragen, den Umstellungsprozess zu strukturieren und Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer zu schaffen," sagte Anga-Präsident Thomas Braun. "Entscheidend ist dabei, dass der Übergang diskriminierungsfrei ausgestaltet wird. Die Regeln dürfen Wettbewerbsunternehmen im Prozess nicht schlechter stellen als etablierte Marktakteure."

Ablehnend steht dagegen der Buglas zu "politisch gesetzten Deadlines zur Abschaltung" . "Der Glasfaserausbau in den deutschen Alpen folgt anderen Voraussetzungen als in den Niederlanden. Ein unflexibler Regulierungsansatz wird diesen Unterschieden nicht gerecht" , sagte Max Bunse, Geschäftsführer des Buglas, in dem die Deutsche Telekom das stärkste Unternehmen ist.


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